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Rassen

Kerry Hill

Steckbrief

  • Herkunft: Wales (Großbritannien)
  • Gewicht: 55-65 kg  (Aue), 65-75 kg (Widder)
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, robust, anpassungsfähig, gut zur Kreuzung mit anderen Rassen geeignet
Kerry Hill Schafe sind für ihre außergewöhnliche Musterung bekannt.

Aussehen

Kerry Hill Schafe sind sehr kräftige, großrahmige Tiere. Charakteristisch sind die schwarze Nase und die schwarzen Flecken am Kopf und an den Beinen, welche den Tieren ein sehr außergewöhnliches Aussehen verleihen. Sowohl weibliche als auch männliche Tiere sind hornlos. Ihr Wollvlies ist weiß, sehr dicht und zählt zu den weichsten britischen Wollen. Die stämmigen Schafe haben einen rechteckigen Körperbau und einen langen Schwanz.

Verhalten und Lämmer

Kerry Hill Schafe gelten als sehr robust und anpassungsfähig. Die Rasse kann daher für unterschiedlichste Formen der Schafhaltung eingesetzt werden. Es handelt sich um sehr vitale, lebhafte und wenig krankheitsanfällige Rasse. Muttertiere erreichen eine Ablammquote von 175% und besitzen exzellente Muttereigenschaften. Manche Halter*innen bezeichnen das Gemüt der Tiere als nervös.

Haltung, Platzbedarf und Futter

Wie bereits erwähnt, passen sich Kerry Hill Schafe sehr gut den unterschiedlichsten Futter- und Wetterbedingungen an. Die Tiere neigen nicht zur Verfettung. Ihre Haltung erweist sich stets als sehr unproblematisch.

Kerry Hill Schafe sind sehr robust und vielseitig einsetzbar.

Wirtschaftlichkeit

Die Tiere eignen sich sehr gut zur Kreuzung mit anderen Rassen, da sie als sehr fruchtbar gelten. Die Kreuzung von Kerry Hill Mutterschafen mit Down-Böcken führt zu sehr früh ausgewachsenen Lämmern mit qualitativ sehr hochwertigem Fleisch. Gekreuzt mit den Blue Faced Leicester, einem Langwollschaf, resultiert daraus ein feines Kreuzungsmutterschaf.

Die Schlachtkörper der Lämmer erreichen ein Gewicht zwischen 19 und 24 kg. Ihr Fleisch gilt als mager und schmackhaft.  Ein weiterer Pluspunkt ist die Langlebigkeit der Tiere. Die Wolle der Tiere ist weiß und hat eine Feinheit von 30 bis 34 Mikron. Die Fasern werden zwischen zehn und zwölf Zentimeter land. Der jährliche Wollertrag liegt bei Mutterschafen bei 3,5 kg.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse führen nach Powys an der walisisch-englischen Grenze. Ihr Name stammt von der Ortschaft Kerry ab. Erste Aufzeichnungen der Rasse stammen aus dem 19. Jahrhundert.

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Rassen

Scottish Blackface

Steckbrief

  • Herkunft: Schottland (Großbritannien)
  • Gewicht: 65-75 kg  (Aue), 80-100 kg (Widder)
  • Farbe: weiß
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Eigenschaften: Hochlandschafrasse, robust, fruchtbar, geeignet für ganzjährige Freilandhaltung
  • Auch bekannt unter: Blackface, Blackfaced Highland, Kerry (Irland), Lintoln, Scottish Mountain, Scottish Highland, Scotch Blackface, Scotch horn
Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Aussehen

Scottish Blackface sind mittelgroße Schafe mit einem ramsnasigem, breitem Kopf. Sowohl Böcke als auch weibliche Schafe haben einen unbwollten, behörnten, schwarzen Kopf mit weißer Zeichnung. Bei den Böcken nimmt das Gehörn im Laufe der Zeit eine schneckenhafte Form an. Die Tiere besitzen sehr harte Klauen, die gut auf die Hügel Schottlands und die dort auffindbaren feuchten Untergründe angepasst sind. 

Es gibt drei Unterarten:

Der Perth Typ ist ein großes Schaft mit mittellanger bis langer Wolle. Diese Unterart ist hauptsächlich im Nordosten Schottlands, im Südwesten Englands oder in Nordirland zu finden. 

Der Lanark Typ ist die vorherrschende Unterart in Schottland und Irland. Es handelt sich um ein mittelgroßes Schaf mit kürzerer Wolle als der Perth Typ

Das Northumberland Blackface ist ein großes Schaf mit weicher Wolle, welches vermehrt im Norden Englands lebt.

Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Verhalten und Lämmer

Scottish Blackface sind sehr genügsame und robuste Schafe, die außerdem als sehr intelligent und eigenwillig gelten. Mutterschafe glänzen mit ausgezeichneten Muttereigenschaften und problemlosen Geburten – auch ohne menschliche Hilfe. Die Schafe können von den Herbstmonaten bis Jänner gedeckt werden. Das Ablammergebnis kann 150% erreichen. Die Tiere sind somit sehr fruchtbar.

Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit erfreut sich die Rasse großer Beliebtheit.  Die Tiere gelten als frohwüchsig und sind meist problemlos zu halten. Bei der Ablammung sollte man die Tiere nicht in Ablammboxen oder eng mit anderen Muttertieren halten. Am Liebsten suchen sich die Tiere ihren eigenen Platz zum Ablammen auf der Weide. Nach ein bis zwei Tagen kehren sie zur restlichen Herde zurück.

Haltung und Platzbedarf 

Die Rasse gilt als sehr anspruchslos und einfach zu halten. Scottish Blackface fühlen sich das ganze Jahr über im Freien wohl. Auch die Haltung auf schwieriger zu bewirtschaftendem Gelände stellt kein Problem für die Tiere dar. An ihren Speiseplan stellen die Tiere geringe Anforderungen: Selbst bei kargen Böden kann eine gute Mastleistung erreicht werden. Wie bereits erwähnt, haben die Tiere harte klauen und leben ursprünglich in den Hügeln Schottlands auf kargen, feuchten Bodem. Für artgerechte Haltung brauchen die Tiere einen Unterstand gegen Regen und Schnee.

Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Futter

Die Tiere ernähren sich das ganze Jahr über von Heu und Gras auf der Weide. Während der Laktationsdauer und Säugezeit können kleine Mengen Hafer zugefüttert werden. Die Tiere sollten allerdings nicht überfüttert werden, da es sich um gute Futterverwerter handelt.

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlich gesehen ist das Scottish Blackface eine der wichtigsten Rassen Großbritanniens. In den 90ern belief sich ihr Wollertrag auf fast 40% der gesamten Wollproduktion Schottlands und 12% der Wollproduktion Großbritanniens. Das Vlies der Rasse erreicht eine Länge von bis zu 30 cm. Die Wolle ist rein weiß und grob und lang abwachsend. Die Tiere werden ein bis zwei Mal pro Jahr geschoren. Scottish Blackface sind sehr gut für Kreuzungen mit anderen Rassen geeignet. Auch ihre Fruchtbarkeit ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wirtschaftlich gesehen ist das Scottish Blackface eine der wichtigsten Rassen Großbritanniens. In den 90ern belief sich ihr Wollertrag auf fast 40% der gesamten Wollproduktion Schottlands und 12% der Wollproduktion Großbritanniens. Das Vlies der Rasse erreicht eine Länge von bis zu 30 cm. Die Wolle ist rein weiß und grob und lang abwachsend. Die Tiere werden ein bis zwei Mal pro Jahr geschoren. Scottish Blackface sind sehr gut für Kreuzungen mit anderen Rassen geeignet. Auch ihre Fruchtbarkeit ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse führen in den Norden Großbritanniens. Bei Scottish Blackface handelt es sich um die am weitesten verbreitete Rasse auf den britischen Inseln. Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert geben Auskunft über die Züchtung von Schafen durch Mönche, die als Vorfahren der heutigen Rasse gelten.

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Rassen

Ungarisches Zackelschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Ungarn
  • Gewicht: 45- 75 kg (Aue), 65- 85 kg (Widder)
  • Größe:  70-85 cm (Aue) 70-90 cm(Widder)
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Farbe: weiß, schwarz
  • Eigenschaften: für extensive Haltung geeignet, bis zu 1m lange Hörner, robust und widerstandsfähig
Auffälligstes Merkmal der Rasse ist ihr langes Horn
Foto: Carolina Schornsteiner

Aussehen

Bei Ungarischen Zackelschafen handelt es sich um eine kleine- bis mittelgroße Schafrasse. Es existieren die Farbschläge weiß und schwarz. Bei der Geburt sind Lämmer des weißen Farbschlages hell und haben einen dunkelbraunen Kopf. Beine, Schwanz under vordere Rumpfteil sind ebenfalls braun. Lämmer des schwarzen Farbschlages haben bei der Geburt ein glänzendes, gekräuseltes Fell. Mit zunehmendem Alter verfärbt sich das Fell grau und der Glanz nimmt ab.

Ungarische Zackelschafe haben einen außergewöhnlich schmalen Kopf dessen Stirn unbewollt ist. Ihre Ohren stehen waagerecht ab und sind kleiner als bei anderen Rassen. Am Kopf tragen die Tiere korkenzieherartig gedrehte und  V-förmig gestellte Hörner. Diese können bei Widdern bis zu einem Meter lang werden. Die Hörner der weiblichen Schafe werden etwa 50 cm lang.Die Hörner des weißen Farbschlages enthalten ein bis zwei dunkle Streifen. Tiere des schwarzen Farbschlages haben schwarze Hörner und Klauen. Das Vlies der Tiere ist gelockt und kann bis zu 30 cm lang werden. Es schützt die Tiere sowohl im Winter vor Kälte, als auch im Sommer vor Überhitzung. So ertragen die Tiere Temperaturen zwischen -20°C und +40°C.

Das Vlies der Tiere schützt sie vor kalten Temperaturen.
Foto: Carolina Schornsteiner

Verhalten

Die Rasse gilt als sehr robust und widerstandsfähig und kann gut für die extensive Haltung eingesetzt werden. Ihre Klauen sind äußerst hart und unempfindlich. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit können die Tiere in unterschiedlichen Klimabedingungen und mit unterschiedlichem Nahrungsangebot gehalten werden. Die Tiere sind nicht anfällig für Krankheiten und sehr lebhaft jedoch auch ziemlich scheu. Sie reagieren außerdem sehr empfindlich auf Stress und Lärm. 

Lämmer

Die Lämmer gelten als sehr robust und kommen meist in den Monaten Jänner und Februar im Freien zur Welt. Der Brunstzyklus der Tierre ist streng saisonal. Im Normalfall wird ein Junges pro Jahr zur Welt gebracht. Bei besonders guten Haltungsbedingungen kann in Ausnahmefällen auch eine zweite Lammung im Jahr stattfinden. Zwillinge kommen sehr selten vor.

In Ställen benötigen die Tiere viel Auslauf.
Foto: Carolina Schornsteiner

Haltung und Platzbedarf

Wie bereits erwähnt, gelten die Tiere als äußerst anspruchslos. Auf jeden Fall bereitgestellt werden sollte jedoch ein trockener Unterstand. In Stresssituationen neigen die Tiere zur Flucht. Im Freien können sie also oft nur schwer zu fangen sein. Die Tiere können sich sehr gut an regionale Klima- und Nahrungsgegebenheiten anpassen. Ab April/Mai bis zum Wintereinbruch weiden die Tiere auf extensiven Grünflächen. Die Winter sollten sie in Ställen mit Auslaufmöglichkeit verbringen.

Futter

Die Tiere stellen keine großen Ansprüche an ihren Speiseplan und sind daher auch sehr gut auf ausgedünnten Weiden einsetzbar. Während der Sommermonate lieben die Tiere das frische Gras der Weide. Im Winter ernähren sie sich hauptsächlich von Heu. Während der Säugeperiode kann auch Getreide in kleineren Mengen zugefüttert werden. Auf die Zufütterung von Kraftfutter sollten Halter*innen verzichten.

Im Winter fressen die Schafe hauptsächlich Heu.
Foto: Carolina Schornsteiner

Wirtschaftlichkeit

Ursprünglich wurden Ungarische Zackelschafe als Milch– und Fleischlieferanten eingesetzt und gelten auch heute noch als gute Milchlieferanten. Während der Laktationsdauer (100 Tage) liefern die Tiere bis zu 80 Kilogramm Milch. Ihr Fleisch gilt als feinfaserig, mager und der Geschmack erinnert an Wild. Doch vor allem die grobe Wolle bietet sich gut für die Herstellung von wetterunempfindlichen Pelzmänteln an. Ungarische Zackelschafe werden einmal pro Jahr geschoren. Der Wollertrag liegt zwischen zwei und drei Kilogramm bei Muttertieren und zwischen drei und vier Kilogramm bei Widdern.

Das Ungarische Zackelschaf ist eine sehr alte Schafrasse.
Foto: Carolina Schornsteiner

Herkunft

Die Anfänge der Rasse liegen sehr weit zurück und führen uns 5000 Jahre in die Vergangenheit. Man geht davon aus, dass die Vorfahren der heutigen Rasse vor 1100 Jahren nach Ungarn gebracht wurden. Bis ins 18. Jahrhundert waren Zackelschafe die vorherrschende Rasse in Ungarn. Im Laufe der Jahre ging die Anzahl der Tiere stark zurück. Heute ist die Rasse vom Aussterben bedroht und Ungarische Zackleschafe die letzte erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern.

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Rassen

Walliser Schwarznasenschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Oberwallis (Schweiz)
  • Gewicht: 70 kg  (Aue), 90 kg (Widder)
  • Brunstzyklus: asaisonal
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Bergschafrasse, kinderfreundlich, hohe Weide- und Alptüchtigkeit
Schwarznasenschafe charakterisieren sich durch den durchgehend bewollten Körper.
Foto: Edith Brandstätter

Aussehen

Die mittelgroßen Walliser Schwarznasenschafe charakterisieren sich durch ihren durchgehend bewollten Körper. Ihre Brust und Lende sind breit, der Rücken fest. Ihre Beine sind kräftig mit straffen Fesseln und geschlossenen Klauen. Walliser Schwarznasenschafe sind eine gehörnte Rasse: Sowohl Mutterschafe als auch Böcke tragen schraubenförmig-spirale Hörner. Diese können im Laufe der Jahre an Länge zunehmen. Die Tiere besitzen mittellange waagrecht getragene Ohren.

Die Grundfarbe der Schafe ist weiß. Ohren und die Nase sind, wie der Name bereits vermuten lässt, bis zur Kopfmitte schwarz – auch die Augen sind schwarz gerahmt. Die Beine der Tiere sind schwarz gestiefelt. Schwarze Flecken zieren die Sprunggelenkshöcker und den vorderen Kniebereich. Im Gegensatz zu männlichen Tieren haben Mutterschafe einen schwarzen Afterfleck.

Verhalten und Lämmer

Die Tiere gelten als temperamentvoll und standorttreu. Das bedeutet, dass sie sich auf ihren Weiden sehr gut zurechtfinden. Walliser Schwarznasenschafe sind jedoch auch als kinderfreundliche Rasse bekannt, die mit der richtigen Zuwendung sehr treu und anhänglich werden kann. Die Tiere sind äußerst zäh, widerstands- und anpassungsfähig und gute Futterverwerter. Sie stellen keine hohen Anforderungen an ihren Speiseplan.

Die Tiere haben innerhalb der Herde einen sehr starken Zusammenhalt und eine strenge Rangordnung. Diese kann immer wieder durch kurze heftige Kämpfe klargestellt werden. Weibliche Schafe glänzen mit ausgezeichneten Muttereigenschaften und hoher Fruchtbarkeit. Ihr Brunstzyklus ist asaisonal. Die Tiere wurden in der vergangenheit nicht auf hohe Wirtschaftlichkeit hin gezüchtet. Sie sind vor allem wegen ihres Eigensinns, besonderen Aussehens und ihrer Ursprünglichkeit bei Halter*innen beliebt.

Schwarznasen-Lämmchen sind wegen ihres Aussehens sehr beliebt.
Foto: Edith Brandstätter

Haltung und Platzbedarf

Walliser Schwarznasenschafen wird hervorragende Weide- und Alptüchtigkeit zugeschrieben. Die Tiere verbringen ihre Zeit am Liebsten im Freien. In den kalten Wintermonaten findet man sie jedoch auch häufig im Stall vor. Dank ihrer dichten Wolle sind die Tiere sehr kälteresistent. Eine Durchschnittstemperatur von zehn Grad Celsius ist für die Tiere optimal. Feuchte Luft oder gar Dunst im Stall sollten auf jeden Fall vermieden werden.

Die Tiere sind an hoch gelegene, karge Weideplätze gewöhnt: Trockene Wiesen und Berghänge weiden die Tiere gerne ab. Fette Wiesen, sumpfige Gebiete oder feute Weiden sind nicht für Walliser Schwarznasenschafe geeignet. Da die Tiere, wie bereits erwähnt, sehr gut an niedrige Temperaturen angepasst sind, muss für genügend schattige Plätzchen auf der Weide geachtet werden. Hohe Temperaturen ertragen die Tiere schlecht und ihnen wird schnell zu heiß. Genügend Frischwasser muss daher, wie bei allen anderen Schafen, jederzeit zur Verfügung stehen.

Vor allem in niedrigeren Gegenden, die nicht dem natürlichen Verbreitungsgebiet der Tiere entsprechen, benötigt die Rasse besondere Pflege: Die Schur sollte zweimal pro Jahr erfolgen. Ihre Klauen sollten im Fünf-Wochen-Takt gepflegt werden (je nach Bodenfeuchtigkeit). Rund um die Hörner muss die Wolle freigeschnitten sein, um ein luftdurchlässiges Klima zu gewährleisten.

Das Fell der Schwarznasenschafe muss zwei Mal pro Jahr geschoren werden.
Foto: Edith Brandstätter

Futter

Walliser Schwarznasenschafe gelten als anspruchslose Esser und sind mastige Nahrung nicht gewohnt. Im Winter kann so beispielsweise sehr gut Heu von Magerwiesen verfüttert werden. Auch Laubheu kann im Winter ab und an serviert werden. Ansonsten knabbern die Schafe gerne an Linden-, Ahorn- und Eschenblättern. Verwendet man Stroh als Einstreu fressen die Tiere alles Verwertbare davon. In kleinen Maßen kann auch Kleie, Hafer- und Gerstenschrot mit ein bisschen Salz vermischt verfüttert werden.

Wirtschaftlichkeit

Die Tiere überzeugen durch ihre hohe Fruchtbarkeit und die rasche Entwicklung der Lämmer. Muttertiere gebären meist Zwillinge, theoretisch sind pro Jahr sogar zwei Würfe möglich. Das Fleisch gilt als feinfaserig und sehr schmackhaft und auch ihre Milch kann genutzt werden. Ihre Genügsamkeit und ihre Liebe zum Klettern macht sie auch zu perfekten Landschaftspflegern in kargeren Gebieten. Die Tiere werden zweimal pro Jahr geschoren und bringen einen Wollertrag von ca. vier Kilogramm pro Jahr. Die Wolle selbst kennzeichnet sich durch lange, raue Fasern, die durchaus eine Länge von zehn Zentimetern erreichen können.

Schwarznasen sind für ihre ausgezeichneten Muttereigenschafen bekannt.
Foto: Edith Brandstätter

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse führen bis in das 15. Jahrhundert zurück, sind jedoch nach wie vor ungewiss. Im Wesentlichen geht die Rasse auf das Vispertalerschaf, ebenfalls schwarznasig, zurück. Die Tiere erfreuten sich dank ihrer Anpassungsfähigkeit und Schönheit schon immer großer Beliebtheit Walliser Schwarznasenschafe wurden 1962 als Rasse anerkannt.

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Rassen

Ostfriesisches Milchschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Küste Ostfrieslands (Norddeutschland)
  • Gewicht: 70 kg (Aue), 100 kg (Widder)
  • Widerristhöhe:  70 -80 cm (Aue),  75- 90 cm (Widder)
  • Brunstzyklus:  saisonal
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Farbschläge: weiß, schwarz, gescheckt
  • Eigenschaften: für intensive Haltung geeignet, Nutzung von Milch, Wolle, Fell und Fleisch
Foto: © Helge Kirchberger (Seegut Eisl)

Aussehen

Das Ostfriesische Milchschaf ist eine mittelschwere bis schwere, großrahmige und frühreife Schafrasse. Es existieren weiße, schwarze und gescheckte Farbschläge. Besonders häufig trifft man auf weiße Ostfriesische Milchschafe, welche auch etwas schwerer als Tiere des dunklen Farbschlages sind. Ein besonderes Merkmal der Ostfriesischen Milchschafe ist der lange unbewollte Schwanz. Die Tiere tragen keine Hörner und ihr Kopf ist länglich und unbewollt. Die Ohren der Rasse sind lang und nach vorne gerichtet. Ihre Gliedmaßen sind fein und die Fesseln straff. Der Rücken ist lang und das Tier insgesamt sehr gut bemuskelt. Aufgrund der hohen Milchleistung sollte besonderes Augenmerk am Euter liegen: Dieses ist geräumig, fest aufgehängt, breit und hat kräftige seitlich nach unten abstehende breite lange Zitzen.

Empfehlung: Eisl Eis

Das Bio-Schafmilcheis vom Wolfgangsee.

Verhalten und Lämmer

Ostfriesische Milchschafe gelten als anpassungsfähig und sehr widerstandsfähig. Der Brunstzyklus der Tiere ist saisonal. Ostfriesische Milchschafe sind für ihre sehr hohe Fruchtbarkeit bekannt: Das Ablammergebnis beträgt zwischen 180 und 210%. Es gibt daher mehrheitlich Zwillingsgeburten und häufige Drillinge als Einlinge. Das Geburtsgewicht ist außerdem sehr hoch und die Lämmer sind äußerst frohwüchsig. Nach dem ersten Lebensjahr können Muttertiere die ersten Lämmer gebären. Die Tragzeit dauert im Schnitt 145 Tage. Aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit erfreuen sich die Tiere bei Züchter*innen sehr großer Beliebtheit.

Foto: © Helge Kirchberger (Seegut Eisl)

Haltung und Platzbedarf

Im Gegensatz zu allen anderen Schafrassen sind Ostfriesische Milchschafe keine ausgesprochenen Herdentiere. Es spricht daher nichts gegen Einzelhaltung und Haltung auf kleineren Höfen. Die Tiere eignen sich auch für die Koppelhaltung, nicht jedoch für extensive Haltungssysteme. Die Tiere sind, wie bereits erwähnt, sehr anpassungs- und widerstandsfähig und erfreuen sich daher bei Züchter*innen großer Beliebtheit.

Wirtschaftlichkeit

Ostfriesische Milchschafe wurden speziell auf eine hohe Milchleistung gezüchtet und gelten als äußerst ertragreich. Jungtiere erreichen nach sechs bis sieben Monaten ihre Zuchtreife. Mit einem Jahr können sie so bereits die ersten Lämmer gebären. Der Wollertrag pro Jahr liegt zwischen vier und fünfeinhalb Kilogramm. Pro Jahr geben Ostfriesische Milchschafe zwischen 500 und 600 Liter Milch. Der Fettgehalt beträgt zwischen fünf und sechs Prozent. Der Eiweißgehalt zwischen vier und fünf Prozent. Am leistungsstärksten sind Schafe im vierten Lebensjahr. Aus ihrer Milch werden Milchspeisen, Butter und vor allem Käse hergestellt. Auch das Fleisch der Tiere kann verwertet werden. Die Rasse gilt insgesamt als äußerst ertragreich. Die Wolle der Tiere gilt als eher robust (32-38 Micron).

Tipp: Unter Micron versteht man die Dicke der einzelnen Haare.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse liegen, wie der Name bereits verrät, im norddeutschen Ostfriesland. Um die Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden zwei dort ansässige Schläge des Marschschafes (Groninger- und Friesenschaf) zu einer Rasse zusammengefasst. Heute zählt das Ostfriesische Milchschaf zu den weltweit am verbreitetsten Milchschafrassen.

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Rassen

Bergschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Österreich (Tirol), Oberbayern, Südtirol, Schweizer Engadin
  • Gewicht weißer Farbschlag: bis 85 kg (w), bis 120/130 kg (m)
  • Gewicht brauner Farbschlag: 65-75 kg (w), 80-110 kg (m)
  • Widerristhöhe weißer Farbschlag:  65-70 cm (w),  80-85 cm (m)
  • Widerristhöhe brauner Farbschlag: 65-75 cm (w),  70-75 cm (m)
  • Brunstzyklus:  asaisonal
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Farbe: weiß, braun, schwarz, gescheckt
  • Eigenschaften: für intensive und extensive Haltung geeignet, sehr fruchtbar, für Haltung in Bergen geeignet

Aussehen

Das Bergschaf ist eine mittelgroße Schafrasse mit den charakteristischen langen Schlappohren. Der Kopf ist von Stirn bis Nacken mit Wolle bedeckt. Es existieren sowohl braune, schwarze als auch weiße Farbschläge. Das braune Bergschaf wurde ab 1977 als eigene Rasse anerkannt. Heute erfreut sich vor allem der gescheckte Farbschlag großer Beliebtheit. Nicht zulässig ist eine Mischung von schwarzen und braunen Flecken. Die Haut der Tiere ist schwarz oder braun. Ihre Beine sind nicht mit Wolle bedeckt. Sowohl Böcke als auch Mutterschafe sind hornlos. Da die Schafe sehr gut für die Haltung im Hochgebirge geeignet sind, sind ihre Fesseln straff und die Klauen geschlossen.

Verhalten und Lämmer

Bergschafe charakterisieren sich durch ihre Widerstandsfähigkeit: Selbst raues Hochgebirgsklima kann den Tieren nichts anhaben. Auch häufigem Niederschlag trotzdem die Tiere dank ihrer groben und langen Wolle, die Wasser nicht auf die Haut lässt. Weibliche Schafe glänzen mit exzellenten Muttereigenschaften und die Tiere sind sehr langlebig. Aufgrund ihres asaisonalen Brustzyklus können weibliche Bergschafe das ganze Jahr über gedeckt werden. Die Tiere gelten außerdem als sehr weidetauglich: Sie fühlen sich sowohl auf Almweiden als auch auf schroffen Felslandschaften wohl. Bergschafe sind außergewöhnlich zutrauliche Tiere.  Weitere positive Eigenschaften sind ihre Genügsamkeit und Vitalität.

Haltung und Platzbedarf

Wie bereits erwähnt, leben Bergschafe in den unterschiedlichsten Gebieten. Bergschafe findet man sowohl auf Almweiden, als auch in den hohen Tiroler Bergen und hohen Felslandschaften.  Die Tiere sind tritt- und steigsicher und besitzt sehr harte Klauen, die äußerst resistent gegen Moderhinke sind. Bei richtiger Fütterung neigen die Tiere kaum zur Verfettung. Das Lammfleisch der Rasse gilt daher als besonders schmackhaft. Insgesamt stellen Bergschafe eher niedrige Anforderungen an ihren Speiseplan.

Wirtschaftlichkeit

Bergschafe Mus man zwei Mal pro Jahr scheren. Der Wollertrag beträgt zwischen fünf und sieben Kilogramm. Mutterschafe haben einen asaionalen Brunstzyklus und können daher das ganze Jahr über gedeckt werden. Ihr Ablammergebnis ist dementsprechend hoch (etwa 230%). Das bedeutet, dass sehr häufig zwei oder mehr Lämmer zur Welt kommen. Naturfarbene Wolle und Schaffelle des Bergschafes eignen sich besonders gut zur Vermarktung. Die braune Wolle lässt sich nur schlecht färben.  Durch ihre Robustheit können sie zur Bewirtschaftung von Böden in höheren Lagen eingesetzt werden. Selbst bei knappen Futterbedingungen kommen die Tiere auf ein ertragreiches Schlachtgewicht

Herkunft

Ihr Ursprünge des Bergschafen führen nach Österreich, Oberbayern, Südtirol und den Schweizer Engadin. Die unterschiedlichen Farbschläge wurden in den 30er Jahren zu einer Rasse zusammengefasst. Heute zählt das Bergschaf zu den stark gefährdeten Schafrassen Deutschlands.

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Rassen

Skudde

Steckbrief

  • Herkunft: Ostpreußen, Baltikum
  • Gewicht: 45-45 kg (Aue), 50-55 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 50 cm (Aue), 55-60 cm (Widder)
  • Brunstzyklus:  asaisonal
  • Farbe: weiß, grauweiß, schwarz, bronzefarben
  • Eigenschaften: kleinste deutsche Schafrasse, für Landschaftspflege geeignet, gefährdete Rasse, mischwollig, behörnte Böcke, meist hornlose Auen 
Foto: Karin Schaub, ProSpecieRara

Aussehen

Die Skudde zählt zu den mischwolligen Landschafrasse der nordischen Heideschafe. Das außergewöhnlichste Merkmal der Skudde ist sicherlich ihre Größe: Die Rasse ist die kleinste in Deutschland gezüchtete Rasse. Ihr Kopf ist keilförmig und mit Stichelhaaren besetzt. Die Rasse charakterisiert sich durch eine breite Stirn, kleine Ohren und einen schmalen Nasenrücken.

Während den Kopf der Böcke ein schneckenförmiges Gehörn ziert, können weibliche Skudden sowohl hornlos als auch behornt sein. Auch abstoßbare Stummelhörner sind möglich. Skudden sind meist einfarbig grauweiß. Schwarze oder bronzefarbene Skudden sind eher selten. Skudde-Böcke tragen außerdem eine Mähne. An weiße Skudden kann man schwarze Pigmentflecken oder fuchsige Verfärbungen an Kopf und Beinen vorfinden. Ihr Schwanz ist kurz und läuft dreieckig zu. Das Vlies der Skudde ist eine dreifaserige Mischwolle (30-36 Mikron oder gröber) und kann schwarz, weiß, braun oder grau gefärbt sein.

Foto: ProSpecieRara

Verhalten und Lämmer

Skudden charakterisieren sich durch ihre Robustheit und werden heute hauptsächlich in der Landschaftspflege eingesetzt. Die Tiere sind nicht krankheitsanfällig und gelten als sehr anspruchslos. Skudden gelten außerdem als sehr gute Springer. Der Brunstzyklus der Rasse ist asaisonal und 21 Tage lang. Skudden gebären oft Zwillinge und dies eigenständig. Mutterschafe glänzen durch exzellente Muttereigenschaften. Es handelt sich um eher scheue und flüchtige Herdentiere. Die Böcke gelten als wehrhaft. Die Tiere können zwischen 12 und 15 Jahre alt werden.

Haltung und Platzbedarf

Skudden fühlen sich im Sommer und Winter im Freien wohl. Auch wenn sie selbst schwierigen Wetterverhältnissen trotzen, ist ein trockener und windgeschützter Unterstand für die Tiere wichtig. Bezüglich der Größe der Weidefläche zeigen sich Skudden als relativ fordernd: Pro Schaf sollten zwischen fünf und sieben Hektar Weidefläche zur Verfügung stehen. Hausgärten sind daher für die Beweidung nicht ausreichend. Bei der Futterwahl sind die Tiere sehr genügsam. Die Tiere können sehr gut zur Landschaftspflege sehr karger Böder eingesetzt werden. Ihr geringes Körpergewicht schont bei der Koppelhaltung zudem den Boden.

Foto: ProSpecieRara

Futter

Die Rasse eignet sich zur Landschaftspflege an mageren Standorten, wo sie Verbuschung vorbeugt. Skudden verbeißen außerdem Holz, fressen Brombeeren, Ampfer und Brennnesseln. Sogar Disteln stehen am Speiseplan. Karge Wiesen gelten daher als bevorzugtes Terrain. Werden Skudden auf Streubostwiesen gehalten, müssen die Obstbäume eingezäunt bleiben. Skudden ernähren sich von sehr rohfaserreichem Futter. Kraftfutter sollte nicht zugefüttert werden. Zur Mast eignet sich die Rasse nicht.

Empfehlung: prospecierara.ch

Alles rund um die Skudde.

Wirtschaftlichkeit

Die Skudde wird, wie bereits erwähnt, vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt. Aufgrund ihrer kleinen Schlachtkörpers findet man das Fleisch und Wolle der Skudde hauptsächlich in der Direktvermarktung, die stark saisonal abhängig ist. Der jährliche Wollertrag liegt bei etwa zwei Kilogramm. Die Wolle eignet sich gut zum Filzen, da sie eher grob ist. Auch strapazierfähige Teppiche und Decken können sehr gut daraus hergestellt werden.

Auch wenn die Fleischqualität als sehr hochwertig und exquisit gilt, ist sie für den Handel schlicht nicht rentabel genug. Der Geschmack ähnelt Wildfleisch. Selbst Skudde-Fleisch von älteren Tieren ist zart und feinfaserig. Während Lammfleisch anderer Schafrassen ein Fleisch-Fett-Verhältnis von 5:1 aufweist, liegt das Verhältnis bei Skudden bei 14:1. Skudde-Fleisch kann sowohl für die frische Verarbeitung verwendet werden, besonders beliebt sind jedoch auch Würste und Geräucherte Schinken.

Foto: Karin Schaub, ProSpecieRara

Herkunft

Die Skudde zählt zu den ältesten Hausschafrassen. Ihr Ursprünge führen auf das europäische Mufflon zurück. Bis zum zweiten Weltkrieg waren Skudden im Baltikum und Ostpreußen ansässig. Heute werden Skudden in ganz Deutschland gehalten. Leider findet sich die Skudde heute auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und vom Aussterben bedrohter Haustierrassen wieder. In den letzten Jahren geht man von einem Bestand von ca. 8000 Tieren aus. Das allmähliche Verschwinden der Rasse lässt sich auf ihr geringes Schlachtgewicht und die verminderte Wirtschaftlichkeit zurückführen.

Foto: ProSpecieRara
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Rassen

Heidschnucke

Heidschnucken gibt es in silber- bis dunkelgrauen oder weißen Farbschlägen.

Steckbrief

  • Herkunft: Norddeutschland
  • Gewicht Weiße Heidschnucke: 45 kg (w), 65-75 kg (m)
  • Gewicht Graue Heidschnucke: 50 kg (w), 70-90 kg (m)
  • Widerristhöhe Weiße Heidschnucke: 50 cm (w), 55-60 cm (m)
  • Widerristhöhe Graue Heidschnucke: 60 cm (w), 65-70 cm (m)
  • Brunstzyklus:  saisonal
  • Farbe: silber- bis dunkelgrau, reinweiß
  • Schur: 1 Mal/Jahr
  • Eigenschaften: Landschafrasse, genügsam, lebhaft,  für extensive Haltung geeignet, Woll- und Fleischlieferant

Aussehen

Charakteristisch für graue gehörnte Heidschnucken ist das gräuliche und sehr lange Vlies. Kopf, Schwanz und Beine der Tiere, die als schwarze Lämmer geboren werden, sind ebenfalls schwarz. Im zweiten Lebensjahr färben sich die Lämmchen in die graue Farbe der ausgewachsenen Tiere. Sowohl Mutterschafe als auch Widder tragen Hörner. Diese sind bei Widdern mehrfach gedreht und schneckenförmig. Bei Mutterschafen sind die Hörner sichelförmig nach hinten gebogen. Heidschnucken sind kleine Schafe mit einem langen keilförmigen Kopf und gut gewölbten Brustkorb. Außerdem haben die genügsamen Schafe eine eindrucksvolle Rumpftiefe und ein feines Fundament. 

Sowohl Mutterschafe als auch Widder sind gehörnt.

Es gibt auch eine weiße, etwas kleinere Variante der Heidschnucke. Auch weiße Heidschnucken-Böcke haben imposante mehrfach gedrehte Hörner. Die Hörner der Muttertiere sind, wie bei den grauen Heidschnucken, nach hinten gebogen und Sichelförmig. Die Weiße Hornlose Heidschnucke, auch Moorschnucke genannt, hat einen hornlosen Kopf. Die Klauen sind besonders widerstandsfähig.

Verhalten und Lämmer

Heidschnucken charakterisieren sich durch ihre extreme Widerstandsfähigkeit. Die Tiere gelten als sehr anspruchslos und eignen sich für Hütehaltung auf teilweise feuchten und kargen Böden. Weibliche Schafe besitzen außerdem ausgezeichnete Muttereigenschaften. Die Paarungszeit der Heidschnucken findet im November und Dezember statt. Nach einer Tragezeit von fünf Monaten kommt im Durchschnitt ein Lamm zur Welt. Zu Geburts- und Aufzuchtproblemen kann es bei der Fütterung von zu reichhaltigem Futter kommen.

Heidschnucken gelten als widerstandsfähige Rasse.

Haltung und Platzbedarf

Heidschnucken fühlen sich vor allem in Heide- und Moorlandschaften wohl und eignen sich dort perfekt zur Landschaftspflege. Ihr harten Klauen sind optimal an den Untergrund in Moorlandschaften angepasst. Die Tiere bevorzugen karge, zum Teil feuchte Böden und können gut in der Hütehaltung eingesetzt werden.

Futter

Die Rasse ernährt sich zum Großteil von Heidekraut, Birkenaufwuchs und Moorgräsern. Die Tiere können auch mit wenig nahrhafter Kost sehr gut zurechtkommen. Abgeerntete Kartoffel- und Rübenäcker können durchaus zur Nachweide genutzt werden. Die harten Klauen der Tiere können bei gehaltvollem Futter verweichen und anfälliger werden. Bei zu reichhaltigem Futter können außerdem vermehrt Probleme bei der Geburt und Aufzucht der Lämmer auftreten.

Lesetipp: Lüneburger Heide

Alles rund ums Wappentier der Lüneburger Heide.

Wirtschaftlichkeit

Heidschnucken werden, wie bereits erwähnt, vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt. Ihr Fleisch gilt als feinfaserig und kennzeichnet sich durch einen ausgezeichneten Geschmack, der an Wild erinnert. Ihr grobes, mischwolliges Vlies kann sehr gut zur Herstellung von groben Geweben, wie Teppichen, verwendet werden.

Leider zählt die Heidschnucke heute zu den gefährdeten Tieren.

Herkunft und Gefährdung

Die Ursprünge der Heidschnucke gehen auf das im Süden beheimatete Mufflon zurück. Als “Heydeschnucken” waren bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts kleinere und robuste Freiweideschafe in Norddeutschland bekannt. Diese Tiere konnten grau, weiß, behornt oder unbehornt sein und hatten ein Gewicht von bis zu 30 kg. Seit den 1940er Jahren werden Weiße Gehörnte und Weiße Hornlose Heidschnucken als selbständige Rassen von Grauen gehörten Heidschnucken ab. Heute zählt vor allem die Weiße Gehörnte Heidschnucke zu den besonders gefährdeten Schafen.


Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Lüneburger Heide GmbH

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Rhönschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Rhön-Mittelgebirge (Deutschland)
  • Gewicht: 60-70 kg (Aue), 85-95 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 72-78 cm (Aue), 80-85 cm (Widder)
  • Brunstzyklus: asaisonal
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, widerstandsfähig, genügsam, für Hobbyhalter*innen geeignet

Aussehen

Rhönschafe sind mittelgroße bis großwüchsige Tiere mit einem schwarzen, bis hinter die Ohren unbewollten und hornlosen Kopf. Es handelt sich um eine hochbeinige Rasse, die optimal an raue Mittelgebirgsklima angepasst ist. Die Kombination aus schwarzem Kopf und weißen Beinen hebt Rhönschafe von allen anderen Schafrassen ab und verleiht ihnen ein außergewöhnliches Aussehen. Das Wollvlies ist grob und wenig gekräuselt.

Verhalten und Lämmer

Rhönschafe gelten als genügsam und widerstandsfähig. Ihr Charakter ist freundlich und die Tiere sind leicht zähmbar. Die Tiere sind optimal an das raue Klima des Mittelgebirges angepasst und fühlen sich auf feuchten, kargen Weiden besonders wohl. Die Schafe sind sehr robust, ihre harten Klauen, mit denen sie leichtfüßig auf unwegsamen Gelände spazieren können, sind nicht anfällig für Moderhinke. 

Rhönschaflämmer sind im Gegensatz zu anderen Schafrassen erst spät schlachtreif. Mit acht bis elf Monaten erlangen sie das optimale Schlachtgewicht. (Im Vergleich: Lämmer anderer Rassen erreichen schon mit drei bis fünf Monaten ihr Schlachtgewicht). Grund für die langsame Gewichtszunahme sind die nährstoffarmen Magerwiesen der Hochlagen.

Haltung und Platzbedarf

Rhönschafe werden gerne für die Landschaftspflege eingesetzt und beugen so Verbuschung vor und tragen zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. Früher war die Rasse ein Zweinutzungsschaf. Heute dient es vor allem als Fleischlieferant oder wird im Tourismus eingesetzt, da die freundlichen Tiere vor allem bei Kindern sehr beliebt sind .

Futter

Wie bereits erwähnt, sind Rhönschafe optimal an die Bedingungen des rauen Mittelgebirgsklima der Rhön angepasst. Besonders gut schmecken ihnen die zahlreichen Kräuter der Mittelgebirgswiesen. Ansonsten stellen sie geringe Anforderungen an ihren Speiseplan.

Wirtschaftlichkeit

Rhönschafe nehmen nur langsam an Gewicht zu und sind keine besonders schweren Schafe. Ihr Fleisch ist jedoch als äußerst zart, schmackhaft und aufgrund der exzellenten Qualität bekannt. Es gilt außerdem als relativ kurzfaserig und erinnert geschmacklich stark an Wild. Die Rasse eignet sich nicht zur Gewinnung von Käse und Milchprodukten, da der überwiegende Teil der Milch der Mutterschafe für die Lämmer verwendet wird. Die jährlich erbrachte Wollmenge liegt zwischen drei und sechs Kilogramm, wird selten industriell verarbeitet, da sie sehr derb und grob ist. Heute bietet sich die Rasse vor allem für Hobbyzüchter*innen an, die sie für ihr spezielles Aussehen sehr schätzen.

Herkunft

Rhönschafe zählen war zu den ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Zu großer Bekanntheit gelangte die Rasse im 19. Jahrhundert, als sie von Napoleon in großen Mengen nach Frankreich exportiert wurde. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts war das robuste Tier stark vom Aussterben bedroht, da es nicht besonders ertragreich war. Zu einem Zeitpunkt gab es nur mehr etwa 300 eingetragene Tiere. Heute hat sich der Bestand der Rasse wieder im fünfstelligen Bereich eingependelt.

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Schwarzkopfschaf

Steckbrief

  • Herkunft: England (Großbritannien)
  • Gewicht: 80-90 kg (Aue), 120-130 kg (Widder)
  • Schur: 1-2 Mal/Jahr
  • Brunstzyklus: saisonal/asaisonal
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, mittelgroß, für intensive Haltung geeignet, gute Muttereigenschaften, feine Wolle

Aussehen

Schwarzkopfschafe sind mittelgroße bis große, starkwüchsige Schafe mit ausgeprägten Körperformen. Die Rasse charakterisiert sich durch ausgeprägte Fleischpartien und eine vorgeschobene Brust. Die Schafe haben einen langen, gut bemuskelten Rücken und einen tiefen Rumpf. Der Kopf der Tiere ist mittelbreit, hornlos, bewollt und, wie der Name sagt, dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Ihre Beine sind schwarz, stämmig und unbewollt. Das Wollvlies der Tiere ist weiß und dicht, jedoch nicht so weich wie Merinowolle.

Verhalten und Lämmer

Die Tiere gelten als sehr anpassungsfähig und ausgesprochen fleischwüchsig. Der große Erfolg der Rasse wird unter anderem ihrer ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Standorte mit gutem Futterangebot zugeschrieben. Weibliche Schwarzkopfschafe sind für ihre Fruchtbarkeit und Frühreife bekannt. Weiters kennzeichen sie sich durch einen saisonalen Brutzyklus mit sehr langen Brutsaisonen. Schwarzkopfschaflämmer gelten als frühreif und gut bemuskelt. Die Lämmchen können bereits nach sechs Monaten zwischen 50 und 60 kg wiegen. 

Haltung und Platzbedarf

Die widerstandsfähigen Tiere mit guter Weide-, Marsch- und Pferchfähgigkeit eignen sich sowohl für die Koppelhaltung als auch für die Hütehaltung und zur Landschaftspflege. Schwarzkopfschafe benötigen einen großflächigen Auslauf, um ihre Paarhuferklauen abzureiben. Diese müssen in regelmäßigen Abständen gepflegt werden, um Krankheiten, wie Moderhinke, vorzubeugen. Die Tiere gelten insgesamt als sehr reinlich und benötigen reinliche Wasser- und Futtertröge.

Futter

Schwarzkopfschafe gelten als starke Esser und haben einen gesunden Appetit. Die Tiere benötigen viel Raufaserfutter, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Ausreichend Heu ist als Ausgleich zum hochverdaulichen Gras empfehlenswert.

Wirtschaftlichkeit

Die kräftigen Schwarzkopfschafe überzeugen durch ihre sehr gute Fleischwüchsigkeit und eine Schlachtausbeute von etwa 50%. Schwarzkopfschaf-Zuchtlämmer nehmen rasch an Gewicht zu und wiegen bereits nach dem ersten halben Lebensjahr zwischen 50 und 60 kg. Mutterschafe wiegen zwischen 80 und 90 kg. Böcke können ein Gesamtgewicht von bis zu 130 kg erreichen. Die Tiere gelten außerdem als gute Wolllieferanten, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wollertrag zwischen vier und sieben kg.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse lassen sich auf englische Fleischschafrassen (Hampshire, Suffolk, Oxford)  zurückführen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland eingeführt wurden. Heute gelten Schwarzkopfschafe als zweitbeliebteste Rasse in Deutschland.