Kategorien
Rassen

Ungarisches Zackelschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Ungarn
  • Gewicht: 45- 75 kg (Aue), 65- 85 kg (Widder)
  • Größe:  70-85 cm (Aue) 70-90 cm(Widder)
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Farbe: weiß, schwarz
  • Eigenschaften: für extensive Haltung geeignet, bis zu 1m lange Hörner, robust und widerstandsfähig
Auffälligstes Merkmal der Rasse ist ihr langes Horn
Foto: Carolina Schornsteiner

Aussehen

Bei Ungarischen Zackelschafen handelt es sich um eine kleine- bis mittelgroße Schafrasse. Es existieren die Farbschläge weiß und schwarz. Bei der Geburt sind Lämmer des weißen Farbschlages hell und haben einen dunkelbraunen Kopf. Beine, Schwanz under vordere Rumpfteil sind ebenfalls braun. Lämmer des schwarzen Farbschlages haben bei der Geburt ein glänzendes, gekräuseltes Fell. Mit zunehmendem Alter verfärbt sich das Fell grau und der Glanz nimmt ab.

Ungarische Zackelschafe haben einen außergewöhnlich schmalen Kopf dessen Stirn unbewollt ist. Ihre Ohren stehen waagerecht ab und sind kleiner als bei anderen Rassen. Am Kopf tragen die Tiere korkenzieherartig gedrehte und  V-förmig gestellte Hörner. Diese können bei Widdern bis zu einem Meter lang werden. Die Hörner der weiblichen Schafe werden etwa 50 cm lang.Die Hörner des weißen Farbschlages enthalten ein bis zwei dunkle Streifen. Tiere des schwarzen Farbschlages haben schwarze Hörner und Klauen. Das Vlies der Tiere ist gelockt und kann bis zu 30 cm lang werden. Es schützt die Tiere sowohl im Winter vor Kälte, als auch im Sommer vor Überhitzung. So ertragen die Tiere Temperaturen zwischen -20°C und +40°C.

Das Vlies der Tiere schützt sie vor kalten Temperaturen.
Foto: Carolina Schornsteiner

Verhalten

Die Rasse gilt als sehr robust und widerstandsfähig und kann gut für die extensive Haltung eingesetzt werden. Ihre Klauen sind äußerst hart und unempfindlich. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit können die Tiere in unterschiedlichen Klimabedingungen und mit unterschiedlichem Nahrungsangebot gehalten werden. Die Tiere sind nicht anfällig für Krankheiten und sehr lebhaft jedoch auch ziemlich scheu. Sie reagieren außerdem sehr empfindlich auf Stress und Lärm. 

Lämmer

Die Lämmer gelten als sehr robust und kommen meist in den Monaten Jänner und Februar im Freien zur Welt. Der Brunstzyklus der Tierre ist streng saisonal. Im Normalfall wird ein Junges pro Jahr zur Welt gebracht. Bei besonders guten Haltungsbedingungen kann in Ausnahmefällen auch eine zweite Lammung im Jahr stattfinden. Zwillinge kommen sehr selten vor.

In Ställen benötigen die Tiere viel Auslauf.
Foto: Carolina Schornsteiner

Haltung und Platzbedarf

Wie bereits erwähnt, gelten die Tiere als äußerst anspruchslos. Auf jeden Fall bereitgestellt werden sollte jedoch ein trockener Unterstand. In Stresssituationen neigen die Tiere zur Flucht. Im Freien können sie also oft nur schwer zu fangen sein. Die Tiere können sich sehr gut an regionale Klima- und Nahrungsgegebenheiten anpassen. Ab April/Mai bis zum Wintereinbruch weiden die Tiere auf extensiven Grünflächen. Die Winter sollten sie in Ställen mit Auslaufmöglichkeit verbringen.

Futter

Die Tiere stellen keine großen Ansprüche an ihren Speiseplan und sind daher auch sehr gut auf ausgedünnten Weiden einsetzbar. Während der Sommermonate lieben die Tiere das frische Gras der Weide. Im Winter ernähren sie sich hauptsächlich von Heu. Während der Säugeperiode kann auch Getreide in kleineren Mengen zugefüttert werden. Auf die Zufütterung von Kraftfutter sollten Halter*innen verzichten.

Im Winter fressen die Schafe hauptsächlich Heu.
Foto: Carolina Schornsteiner

Wirtschaftlichkeit

Ursprünglich wurden Ungarische Zackelschafe als Milch– und Fleischlieferanten eingesetzt und gelten auch heute noch als gute Milchlieferanten. Während der Laktationsdauer (100 Tage) liefern die Tiere bis zu 80 Kilogramm Milch. Ihr Fleisch gilt als feinfaserig, mager und der Geschmack erinnert an Wild. Doch vor allem die grobe Wolle bietet sich gut für die Herstellung von wetterunempfindlichen Pelzmänteln an. Ungarische Zackelschafe werden einmal pro Jahr geschoren. Der Wollertrag liegt zwischen zwei und drei Kilogramm bei Muttertieren und zwischen drei und vier Kilogramm bei Widdern.

Das Ungarische Zackelschaf ist eine sehr alte Schafrasse.
Foto: Carolina Schornsteiner

Herkunft

Die Anfänge der Rasse liegen sehr weit zurück und führen uns 5000 Jahre in die Vergangenheit. Man geht davon aus, dass die Vorfahren der heutigen Rasse vor 1100 Jahren nach Ungarn gebracht wurden. Bis ins 18. Jahrhundert waren Zackelschafe die vorherrschende Rasse in Ungarn. Im Laufe der Jahre ging die Anzahl der Tiere stark zurück. Heute ist die Rasse vom Aussterben bedroht und Ungarische Zackleschafe die letzte erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern.

Kategorien
Rassen

Ostfriesisches Milchschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Küste Ostfrieslands (Norddeutschland)
  • Gewicht: 70 kg (Aue), 100 kg (Widder)
  • Widerristhöhe:  70 -80 cm (Aue),  75- 90 cm (Widder)
  • Brunstzyklus:  saisonal
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Farbschläge: weiß, schwarz, gescheckt
  • Eigenschaften: für intensive Haltung geeignet, Nutzung von Milch, Wolle, Fell und Fleisch
Foto: © Helge Kirchberger (Seegut Eisl)

Aussehen

Das Ostfriesische Milchschaf ist eine mittelschwere bis schwere, großrahmige und frühreife Schafrasse. Es existieren weiße, schwarze und gescheckte Farbschläge. Besonders häufig trifft man auf weiße Ostfriesische Milchschafe, welche auch etwas schwerer als Tiere des dunklen Farbschlages sind. Ein besonderes Merkmal der Ostfriesischen Milchschafe ist der lange unbewollte Schwanz. Die Tiere tragen keine Hörner und ihr Kopf ist länglich und unbewollt. Die Ohren der Rasse sind lang und nach vorne gerichtet. Ihre Gliedmaßen sind fein und die Fesseln straff. Der Rücken ist lang und das Tier insgesamt sehr gut bemuskelt. Aufgrund der hohen Milchleistung sollte besonderes Augenmerk am Euter liegen: Dieses ist geräumig, fest aufgehängt, breit und hat kräftige seitlich nach unten abstehende breite lange Zitzen.

Empfehlung: Eisl Eis

Das Bio-Schafmilcheis vom Wolfgangsee.

Verhalten und Lämmer

Ostfriesische Milchschafe gelten als anpassungsfähig und sehr widerstandsfähig. Der Brunstzyklus der Tiere ist saisonal. Ostfriesische Milchschafe sind für ihre sehr hohe Fruchtbarkeit bekannt: Das Ablammergebnis beträgt zwischen 180 und 210%. Es gibt daher mehrheitlich Zwillingsgeburten und häufige Drillinge als Einlinge. Das Geburtsgewicht ist außerdem sehr hoch und die Lämmer sind äußerst frohwüchsig. Nach dem ersten Lebensjahr können Muttertiere die ersten Lämmer gebären. Die Tragzeit dauert im Schnitt 145 Tage. Aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit erfreuen sich die Tiere bei Züchter*innen sehr großer Beliebtheit.

Foto: © Helge Kirchberger (Seegut Eisl)

Haltung und Platzbedarf

Im Gegensatz zu allen anderen Schafrassen sind Ostfriesische Milchschafe keine ausgesprochenen Herdentiere. Es spricht daher nichts gegen Einzelhaltung und Haltung auf kleineren Höfen. Die Tiere eignen sich auch für die Koppelhaltung, nicht jedoch für extensive Haltungssysteme. Die Tiere sind, wie bereits erwähnt, sehr anpassungs- und widerstandsfähig und erfreuen sich daher bei Züchter*innen großer Beliebtheit.

Wirtschaftlichkeit

Ostfriesische Milchschafe wurden speziell auf eine hohe Milchleistung gezüchtet und gelten als äußerst ertragreich. Jungtiere erreichen nach sechs bis sieben Monaten ihre Zuchtreife. Mit einem Jahr können sie so bereits die ersten Lämmer gebären. Der Wollertrag pro Jahr liegt zwischen vier und fünfeinhalb Kilogramm. Pro Jahr geben Ostfriesische Milchschafe zwischen 500 und 600 Liter Milch. Der Fettgehalt beträgt zwischen fünf und sechs Prozent. Der Eiweißgehalt zwischen vier und fünf Prozent. Am leistungsstärksten sind Schafe im vierten Lebensjahr. Aus ihrer Milch werden Milchspeisen, Butter und vor allem Käse hergestellt. Auch das Fleisch der Tiere kann verwertet werden. Die Rasse gilt insgesamt als äußerst ertragreich. Die Wolle der Tiere gilt als eher robust (32-38 Micron).

Tipp: Unter Micron versteht man die Dicke der einzelnen Haare.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse liegen, wie der Name bereits verrät, im norddeutschen Ostfriesland. Um die Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden zwei dort ansässige Schläge des Marschschafes (Groninger- und Friesenschaf) zu einer Rasse zusammengefasst. Heute zählt das Ostfriesische Milchschaf zu den weltweit am verbreitetsten Milchschafrassen.

Kategorien
Rassen

Bergschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Österreich (Tirol), Oberbayern, Südtirol, Schweizer Engadin
  • Gewicht weißer Farbschlag: bis 85 kg (w), bis 120/130 kg (m)
  • Gewicht brauner Farbschlag: 65-75 kg (w), 80-110 kg (m)
  • Widerristhöhe weißer Farbschlag:  65-70 cm (w),  80-85 cm (m)
  • Widerristhöhe brauner Farbschlag: 65-75 cm (w),  70-75 cm (m)
  • Brunstzyklus:  asaisonal
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Farbe: weiß, braun, schwarz, gescheckt
  • Eigenschaften: für intensive und extensive Haltung geeignet, sehr fruchtbar, für Haltung in Bergen geeignet

Aussehen

Das Bergschaf ist eine mittelgroße Schafrasse mit den charakteristischen langen Schlappohren. Der Kopf ist von Stirn bis Nacken mit Wolle bedeckt. Es existieren sowohl braune, schwarze als auch weiße Farbschläge. Das braune Bergschaf wurde ab 1977 als eigene Rasse anerkannt. Heute erfreut sich vor allem der gescheckte Farbschlag großer Beliebtheit. Nicht zulässig ist eine Mischung von schwarzen und braunen Flecken. Die Haut der Tiere ist schwarz oder braun. Ihre Beine sind nicht mit Wolle bedeckt. Sowohl Böcke als auch Mutterschafe sind hornlos. Da die Schafe sehr gut für die Haltung im Hochgebirge geeignet sind, sind ihre Fesseln straff und die Klauen geschlossen.

Verhalten und Lämmer

Bergschafe charakterisieren sich durch ihre Widerstandsfähigkeit: Selbst raues Hochgebirgsklima kann den Tieren nichts anhaben. Auch häufigem Niederschlag trotzdem die Tiere dank ihrer groben und langen Wolle, die Wasser nicht auf die Haut lässt. Weibliche Schafe glänzen mit exzellenten Muttereigenschaften und die Tiere sind sehr langlebig. Aufgrund ihres asaisonalen Brustzyklus können weibliche Bergschafe das ganze Jahr über gedeckt werden. Die Tiere gelten außerdem als sehr weidetauglich: Sie fühlen sich sowohl auf Almweiden als auch auf schroffen Felslandschaften wohl. Bergschafe sind außergewöhnlich zutrauliche Tiere.  Weitere positive Eigenschaften sind ihre Genügsamkeit und Vitalität.

Haltung und Platzbedarf

Wie bereits erwähnt, leben Bergschafe in den unterschiedlichsten Gebieten. Bergschafe findet man sowohl auf Almweiden, als auch in den hohen Tiroler Bergen und hohen Felslandschaften.  Die Tiere sind tritt- und steigsicher und besitzt sehr harte Klauen, die äußerst resistent gegen Moderhinke sind. Bei richtiger Fütterung neigen die Tiere kaum zur Verfettung. Das Lammfleisch der Rasse gilt daher als besonders schmackhaft. Insgesamt stellen Bergschafe eher niedrige Anforderungen an ihren Speiseplan.

Wirtschaftlichkeit

Bergschafe Mus man zwei Mal pro Jahr scheren. Der Wollertrag beträgt zwischen fünf und sieben Kilogramm. Mutterschafe haben einen asaionalen Brunstzyklus und können daher das ganze Jahr über gedeckt werden. Ihr Ablammergebnis ist dementsprechend hoch (etwa 230%). Das bedeutet, dass sehr häufig zwei oder mehr Lämmer zur Welt kommen. Naturfarbene Wolle und Schaffelle des Bergschafes eignen sich besonders gut zur Vermarktung. Die braune Wolle lässt sich nur schlecht färben.  Durch ihre Robustheit können sie zur Bewirtschaftung von Böden in höheren Lagen eingesetzt werden. Selbst bei knappen Futterbedingungen kommen die Tiere auf ein ertragreiches Schlachtgewicht

Herkunft

Ihr Ursprünge des Bergschafen führen nach Österreich, Oberbayern, Südtirol und den Schweizer Engadin. Die unterschiedlichen Farbschläge wurden in den 30er Jahren zu einer Rasse zusammengefasst. Heute zählt das Bergschaf zu den stark gefährdeten Schafrassen Deutschlands.

Kategorien
Rassen

Skudde

Steckbrief

  • Herkunft: Ostpreußen, Baltikum
  • Gewicht: 45-45 kg (Aue), 50-55 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 50 cm (Aue), 55-60 cm (Widder)
  • Brunstzyklus:  asaisonal
  • Farbe: weiß, grauweiß, schwarz, bronzefarben
  • Eigenschaften: kleinste deutsche Schafrasse, für Landschaftspflege geeignet, gefährdete Rasse, mischwollig, behörnte Böcke, meist hornlose Auen 
Foto: Karin Schaub, ProSpecieRara

Aussehen

Die Skudde zählt zu den mischwolligen Landschafrasse der nordischen Heideschafe. Das außergewöhnlichste Merkmal der Skudde ist sicherlich ihre Größe: Die Rasse ist die kleinste in Deutschland gezüchtete Rasse. Ihr Kopf ist keilförmig und mit Stichelhaaren besetzt. Die Rasse charakterisiert sich durch eine breite Stirn, kleine Ohren und einen schmalen Nasenrücken.

Während den Kopf der Böcke ein schneckenförmiges Gehörn ziert, können weibliche Skudden sowohl hornlos als auch behornt sein. Auch abstoßbare Stummelhörner sind möglich. Skudden sind meist einfarbig grauweiß. Schwarze oder bronzefarbene Skudden sind eher selten. Skudde-Böcke tragen außerdem eine Mähne. An weiße Skudden kann man schwarze Pigmentflecken oder fuchsige Verfärbungen an Kopf und Beinen vorfinden. Ihr Schwanz ist kurz und läuft dreieckig zu. Das Vlies der Skudde ist eine dreifaserige Mischwolle (30-36 Mikron oder gröber) und kann schwarz, weiß, braun oder grau gefärbt sein.

Foto: ProSpecieRara

Verhalten und Lämmer

Skudden charakterisieren sich durch ihre Robustheit und werden heute hauptsächlich in der Landschaftspflege eingesetzt. Die Tiere sind nicht krankheitsanfällig und gelten als sehr anspruchslos. Skudden gelten außerdem als sehr gute Springer. Der Brunstzyklus der Rasse ist asaisonal und 21 Tage lang. Skudden gebären oft Zwillinge und dies eigenständig. Mutterschafe glänzen durch exzellente Muttereigenschaften. Es handelt sich um eher scheue und flüchtige Herdentiere. Die Böcke gelten als wehrhaft. Die Tiere können zwischen 12 und 15 Jahre alt werden.

Haltung und Platzbedarf

Skudden fühlen sich im Sommer und Winter im Freien wohl. Auch wenn sie selbst schwierigen Wetterverhältnissen trotzen, ist ein trockener und windgeschützter Unterstand für die Tiere wichtig. Bezüglich der Größe der Weidefläche zeigen sich Skudden als relativ fordernd: Pro Schaf sollten zwischen fünf und sieben Hektar Weidefläche zur Verfügung stehen. Hausgärten sind daher für die Beweidung nicht ausreichend. Bei der Futterwahl sind die Tiere sehr genügsam. Die Tiere können sehr gut zur Landschaftspflege sehr karger Böder eingesetzt werden. Ihr geringes Körpergewicht schont bei der Koppelhaltung zudem den Boden.

Foto: ProSpecieRara

Futter

Die Rasse eignet sich zur Landschaftspflege an mageren Standorten, wo sie Verbuschung vorbeugt. Skudden verbeißen außerdem Holz, fressen Brombeeren, Ampfer und Brennnesseln. Sogar Disteln stehen am Speiseplan. Karge Wiesen gelten daher als bevorzugtes Terrain. Werden Skudden auf Streubostwiesen gehalten, müssen die Obstbäume eingezäunt bleiben. Skudden ernähren sich von sehr rohfaserreichem Futter. Kraftfutter sollte nicht zugefüttert werden. Zur Mast eignet sich die Rasse nicht.

Empfehlung: prospecierara.ch

Alles rund um die Skudde.

Wirtschaftlichkeit

Die Skudde wird, wie bereits erwähnt, vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt. Aufgrund ihrer kleinen Schlachtkörpers findet man das Fleisch und Wolle der Skudde hauptsächlich in der Direktvermarktung, die stark saisonal abhängig ist. Der jährliche Wollertrag liegt bei etwa zwei Kilogramm. Die Wolle eignet sich gut zum Filzen, da sie eher grob ist. Auch strapazierfähige Teppiche und Decken können sehr gut daraus hergestellt werden.

Auch wenn die Fleischqualität als sehr hochwertig und exquisit gilt, ist sie für den Handel schlicht nicht rentabel genug. Der Geschmack ähnelt Wildfleisch. Selbst Skudde-Fleisch von älteren Tieren ist zart und feinfaserig. Während Lammfleisch anderer Schafrassen ein Fleisch-Fett-Verhältnis von 5:1 aufweist, liegt das Verhältnis bei Skudden bei 14:1. Skudde-Fleisch kann sowohl für die frische Verarbeitung verwendet werden, besonders beliebt sind jedoch auch Würste und Geräucherte Schinken.

Foto: Karin Schaub, ProSpecieRara

Herkunft

Die Skudde zählt zu den ältesten Hausschafrassen. Ihr Ursprünge führen auf das europäische Mufflon zurück. Bis zum zweiten Weltkrieg waren Skudden im Baltikum und Ostpreußen ansässig. Heute werden Skudden in ganz Deutschland gehalten. Leider findet sich die Skudde heute auf der Roten Liste der Gesellschaft zur Erhaltung alter und vom Aussterben bedrohter Haustierrassen wieder. In den letzten Jahren geht man von einem Bestand von ca. 8000 Tieren aus. Das allmähliche Verschwinden der Rasse lässt sich auf ihr geringes Schlachtgewicht und die verminderte Wirtschaftlichkeit zurückführen.

Foto: ProSpecieRara