Moderhinke

Bei der Moderhinke handelt es sich um eine hochansteckende und äußerst schmerzhafte Erkrankung. Die Krankheit resultiert in einer eitrigen und fauligen Entzündung der Klauen. Häufig ist der Zwischenklauenspalt als erstes betroffen und die Haut an der betroffenen Stelle schmierig. Der Klauenspalt riecht zudem faulig und modrig. Haupterreger sind Bakterien, die sich unter dem Horn ausbreiten. Die Krankheit kann über den Boden, kontaminierte Transportfahrzeuge oder Triebwerke übertragen werden. Vor allem feuchte Böden bieten die ideale Brutstätte für Moderhinke, da sie sich dort bis zu 40 Tage lang halten können. Im Zusammenspiel mit geringer Klauenpflege kann sich die Krankheit schnell ausbreiten und die Tiere infizieren sich gegenseitig. Ist eine Weide erstmal kontaminiert, können sie das Auftreten der Moderhinke bis zu drei Jahre lang fördern. Bestimmte Rassen wie etwa das Merinoschaf sind leider besonders für Moderhinke anfällig.

Moderhinke wird gefördert durch

  • Feuchten Boden
  • Temperaturen von über 10°C
  • hohe Bestossungsdichte
  • Verletzungen der Zwischenklauenhaut
  • mangelhafte Klauenpflege
  • Sauerstoffarmut (z.b. unter einem Verband)

Moderhinke erkennen

Betroffene Tiere lahmen oder fressen im Knien um ihre Klauen zu entlasten. Die Tiere fressen zudem häufig weniger und nehmen in Folge ab. Das Resultat sind Milchleistungsrückgang, reduzierte Säugeleistung und geringe Gewichtszunahme der Lämmer.

Krankheitsverlauf

Zwischen der Ansteckung und dem Ausbruch der Krankheit können bis zu vier Wochen vergehen. Wichtig ist anzumerken, dass die Tiere nicht sofort lahmen. Zuerst tritt eine Rötung der Zwischenklauenhaut auf. Erst danach kommt es im Zwischenklauenspalt zu faulig riechenden Ausschwitzungen. Im nächsten Schritt löst sich im Zwischenklauen- und Ballenbereich das Klauenhorn. Wird nicht gehandelt, löst sich das Klauenhorn von der gesamten Klaue ab und führt zum “Ausschuhen”.

Moderhinke behandeln

Tritt Moderhinke auf, muss immer die ganze Herde behandelt werden. Der Behandlungsprozess ist sowohl für Halter*innen als auch für Tiere äußerst mühsam, allerdings unbedingt notwendig. 

Im ersten Schritt müssen alle vier Beine der Tiere kontrolliert und das erkrankte Gewebe vollständig ausgeschnitten werden. Danach werden die Klauen sorgfältig mit einem antibiotikahaltigem Wundspray behandelt. Um Neuinfektionen zu vermeiden, müssen alle Klauenteile von der Weide entfernt werden. Das beste Vorgehen im Kampf gegen Moderhinke ist das sofortige Handeln. Bei bösartigem Verlauf oder wenn alle Beine eines Schafes betroffen sind, müssen Halter*innen sofort ihre zuständigen Tierärzt*innen kontaktieren, da die Tiere mit Antibiotika behandelt werden müssen.

Nach der Behandlung sollte der Stall mit frischem, trockenen Einstreu eingestreut werden. Es empfiehlt sich eine Mischung aus geschnittenem Stroh und Sägespänen. Der antibiotikahaltige Wundspray muss täglich aufgetragen auf die Klauen aufgetragen werden. Auch Klauenbäder bewähren sich, um das Horn zu härten und zu desinfizieren. Die betroffene Klaue muss anschließend regelmäßig kontrolliert und evtl. nochmal zugeschnitten werden. Der Stall muss sauber und stark eingestreut bleiben. Klauenbäder und die Behandlung sollen danach im Wochentakt fortgesetzt werden. Speziell für Moderhinke zugelassene Arzneimittel sind hilfreich, haben aber leider eine lange Wartezeit.

Vorbeugung

Zur Vorbeugung der Moderhinke müssen die Klauen regelmäßig gepflegt und sauber gehalten werden. Gekaufte Tiere sollten in eine mehrwöchige Quarantäne, um die Ansteckung der restlichen Herde zu vermeiden. Auch eine Impfung ist möglich, hilft allerdings nur kurzfristig und reduziert lediglich die Symptome. Eine bereits betroffene Herde kann durch eine Impfung nicht einfach “geheilt” werden. Die Impfung unterstützt und beschleunigt lediglich den Heilungsprozess. Auch die Fütterung kann zur Vorbeuge von Moderhinke optimiert werden. Die die Tiere dürfen nicht einseitig überfüttert werden (z.B. mit Eiweiß) oder unterversorgt werden. Der Stall muss trocken gehalten werden und hell und kühl bleiben. Regelmäßiges Ausmisten ist Pflicht!