Räude

Räude ist eine durch verschiedene Milbenarten verursachte Krankheit, die sowohl bei Weide-, als auch Stallhaltung bei Schafen recht häufig auftreten kann. Die Tiere übertragen sich durch Kontakt gegenseitig und rasch kann die Räude eine ganze Herde betreffen. Die Räude zählt zu den meldepflichtigen Krankheiten.

Symptome

Die Haut der Schafe ist entzündet und die Tiere verspüren einen starken Juckreiz. Es kann zwischen der Kopf- , Fuß- und Körperräude unterschieden werden. Ein Schaf, das von Räude betroffen ist, wird versuchen, sich die ganze Zeit an Bäumen oder Stalleinrichtung zu kratzen, um den unerträglichen Juckreiz zu stillen. Die Tiere scheuern sich die von Räude betroffenen Hautstellen regelrecht wund. Im späteren Krankheitsverlauf haben die Tiere kein Fell an den betroffenen Stellen und die Haut ist krustig und gerötet. Betroffene Schafe können einen totalen Wollausfall haben oder ihr Vlies stark beschädigen.

Ursache

Die Infektion kann über den Kontakt mit einem infizierten Tier stattfinden, aber auch über Stalleinrichtungen, Fahrzeuge oder Werkzeuge, die die Tiere zum Scheuern verwenden. Auch räudige Füchse oder Gämse können die Krankheit auf Schafe übertragen. Der Zukauf von neuen (und infizierten) Tieren kann ebenfalls ein Grund sein. Die ersten erkennbaren Symptome treten nach ca. vier Wochen auf. Die Krankheit kann über mikroskopische Untersuchungen eines Hautgeschabsels nachgewiesen werden.

Heilung

Auch wenn heute einige Mittel gegen Räude erhältlich sind, ist die Behandlung anstrengend und zeitaufwendig. Denn neben der medizinischen Versorgung aller Tiere müssen alle Werkzeuge, Einrichtungen und Ställe penibel gereinigt und desinfiziert werden. Bevor Halter*innen die Behandlung beginnen, sollten die Tiere geschoren werden: Die auf der Haut lebenden Milben können so besser durch die äußerlich anwendbaren Antiparasitika erreicht werden. Es stehen unterschiedliche Behandlungsmöglichkeiten zur Auswahl: Tauch-, Sprüh- und Waschbehandlungen. Es muss stets die gesamte Körperoberfläche behandelt werden, damit sich die Milben nicht an eine andere Körperstelle zurückziehen können. Zwei Behandlungen mit ein bis zwei Wochen Abstand bringen die besten Resultate.