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Heidschnucke

Eine Heidschnucke-Herde auf der Weide.
Heidschnucken gibt es in silber- bis dunkelgrauen oder weißen Farbschlägen.

Steckbrief

  • Herkunft: Norddeutschland
  • Gewicht Weiße Heidschnucke: 45 kg (w), 65-75 kg (m)
  • Gewicht Graue Heidschnucke: 50 kg (w), 70-90 kg (m)
  • Widerristhöhe Weiße Heidschnucke: 50 cm (w), 55-60 cm (m)
  • Widerristhöhe Graue Heidschnucke: 60 cm (w), 65-70 cm (m)
  • Brunstzyklus:  saisonal
  • Farbe: silber- bis dunkelgrau, reinweiß
  • Schur: 1 Mal/Jahr
  • Eigenschaften: Landschafrasse, genügsam, lebhaft,  für extensive Haltung geeignet, Woll- und Fleischlieferant

Aussehen

Charakteristisch für graue gehörnte Heidschnucken ist das gräuliche und sehr lange Vlies. Kopf, Schwanz und Beine der Tiere, die als schwarze Lämmer geboren werden, sind ebenfalls schwarz. Im zweiten Lebensjahr färben sich die Lämmchen in die graue Farbe der ausgewachsenen Tiere. Sowohl Mutterschafe als auch Widder tragen Hörner. Diese sind bei Widdern mehrfach gedreht und schneckenförmig. Bei Mutterschafen sind die Hörner sichelförmig nach hinten gebogen. Heidschnucken sind kleine Schafe mit einem langen keilförmigen Kopf und gut gewölbten Brustkorb. Außerdem haben die genügsamen Schafe eine eindrucksvolle Rumpftiefe und ein feines Fundament. 

Sowohl Mutterschafe als auch Widder sind gehörnt.

Es gibt auch eine weiße, etwas kleinere Variante der Heidschnucke. Auch weiße Heidschnucken-Böcke haben imposante mehrfach gedrehte Hörner. Die Hörner der Muttertiere sind, wie bei den grauen Heidschnucken, nach hinten gebogen und Sichelförmig. Die Weiße Hornlose Heidschnucke, auch Moorschnucke genannt, hat einen hornlosen Kopf. Die Klauen sind besonders widerstandsfähig.

Verhalten und Lämmer

Heidschnucken charakterisieren sich durch ihre extreme Widerstandsfähigkeit. Die Tiere gelten als sehr anspruchslos und eignen sich für Hütehaltung auf teilweise feuchten und kargen Böden. Weibliche Schafe besitzen außerdem ausgezeichnete Muttereigenschaften. Die Paarungszeit der Heidschnucken findet im November und Dezember statt. Nach einer Tragezeit von fünf Monaten kommt im Durchschnitt ein Lamm zur Welt. Zu Geburts- und Aufzuchtproblemen kann es bei der Fütterung von zu reichhaltigem Futter kommen.

Heidschnucken gelten als widerstandsfähige Rasse.

Haltung und Platzbedarf

Heidschnucken fühlen sich vor allem in Heide- und Moorlandschaften wohl und eignen sich dort perfekt zur Landschaftspflege. Ihr harten Klauen sind optimal an den Untergrund in Moorlandschaften angepasst. Die Tiere bevorzugen karge, zum Teil feuchte Böden und können gut in der Hütehaltung eingesetzt werden.

Futter

Die Rasse ernährt sich zum Großteil von Heidekraut, Birkenaufwuchs und Moorgräsern. Die Tiere können auch mit wenig nahrhafter Kost sehr gut zurechtkommen. Abgeerntete Kartoffel- und Rübenäcker können durchaus zur Nachweide genutzt werden. Die harten Klauen der Tiere können bei gehaltvollem Futter verweichen und anfälliger werden. Bei zu reichhaltigem Futter können außerdem vermehrt Probleme bei der Geburt und Aufzucht der Lämmer auftreten.

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Alles rund ums Wappentier der Lüneburger Heide.

Wirtschaftlichkeit

Heidschnucken werden, wie bereits erwähnt, vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt. Ihr Fleisch gilt als feinfaserig und kennzeichnet sich durch einen ausgezeichneten Geschmack, der an Wild erinnert. Ihr grobes, mischwolliges Vlies kann sehr gut zur Herstellung von groben Geweben, wie Teppichen, verwendet werden.

Leider zählt die Heidschnucke heute zu den gefährdeten Tieren.

Herkunft und Gefährdung

Die Ursprünge der Heidschnucke gehen auf das im Süden beheimatete Mufflon zurück. Als “Heydeschnucken” waren bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts kleinere und robuste Freiweideschafe in Norddeutschland bekannt. Diese Tiere konnten grau, weiß, behornt oder unbehornt sein und hatten ein Gewicht von bis zu 30 kg. Seit den 1940er Jahren werden Weiße Gehörnte und Weiße Hornlose Heidschnucken als selbständige Rassen von Grauen gehörten Heidschnucken ab. Heute zählt vor allem die Weiße Gehörnte Heidschnucke zu den besonders gefährdeten Schafen.


Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Lüneburger Heide GmbH