Kategorien
Rassen

Kerry Hill

Steckbrief

  • Herkunft: Wales (Großbritannien)
  • Gewicht: 55-65 kg (Aue), 65-75 kg (Widder)
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, robust, sehr anpassungsfähig, gut zur Kreuzung mit anderen Rassen geeignet
Ein Kerry Hill Mutterschaf und ein Kerry Hill Lamm auf der Wiese
Kerry Hill Schafe sind für ihre außergewöhnliche Musterung bekannt.

Aussehen

Kerry Hill Schafe sind sehr kräftige, großrahmige Tiere. Charakteristisch sind die schwarze Nase und die schwarzen Flecken am Kopf und an den Beinen, welche den Tieren ein sehr außergewöhnliches Aussehen verleihen. Sowohl weibliche als auch männliche Tiere sind hornlos. Ihr Wollvlies ist weiß, sehr dicht und zählt zu den weichsten britischen Wollen. Die stämmigen Schafe haben einen rechteckigen Körperbau und einen recht langen Schwanz.

Buchempfehlung:

Schafe halten (Ulmer Verlag)*

Enthält sehr viele Informationen zur Haltung & Zucht von Schafen und auch einige Rasseporträts zu diversen Schafrassen.

Verhalten und Lämmer

Kerry Hill Schafe gelten als sehr robust und anpassungsfähig. Die Rasse kann daher für unterschiedlichste Formen der Schafhaltung eingesetzt werden. Es handelt sich um sehr vitale, lebhafte und wenig krankheitsanfällige Rasse. Muttertiere erreichen eine Ablammquote von 175% und besitzen exzellente Muttereigenschaften. Manche Halter*innen bezeichnen das Gemüt der Tiere als nervös.

Haltung, Platzbedarf und Futter

Wie bereits erwähnt, passen sich Kerry Hill Schafe sehr gut den unterschiedlichsten Futter- und Wetterbedingungen an. Die Tiere neigen nicht zur Verfettung. Ihre Haltung erweist sich stets als sehr unproblematisch.

Kerry Hill Schafe sind sehr robust und vielseitig einsetzbar.

Wirtschaftlichkeit

Die Tiere eignen sich sehr gut zur Kreuzung mit anderen Rassen, da sie als sehr fruchtbar gelten. Die Kreuzung von Kerry Hill Mutterschafen mit Down-Böcken führt zu sehr früh ausgewachsenen Lämmern mit qualitativ sehr hochwertigem Fleisch. Gekreuzt mit den Blue Faced Leicester, einem Langwollschaf, resultiert daraus ein feines Kreuzungsmutterschaf.

Die Schlachtkörper der Lämmer erreichen ein Gewicht zwischen 19 und 24 kg. Ihr Fleisch gilt als mager und schmackhaft.  Ein weiterer Pluspunkt ist die Langlebigkeit der Tiere. Die Wolle der Tiere ist weiß und hat eine Feinheit von 30 bis 34 Mikron. Die Fasern werden zwischen zehn und zwölf Zentimeter lang. Der jährliche Wollertrag liegt bei Mutterschafen bei 3,5 kg.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse führen nach Powys an der walisisch-englischen Grenze. Ihr Name stammt von der Ortschaft Kerry ab. Erste Aufzeichnungen der Rasse stammen aus dem 19. Jahrhundert.

Kategorien
Rassen

Ostfriesisches Milchschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Küste Ostfrieslands (Norddeutschland)
  • Gewicht: 70 kg (Aue), 100 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 70 -80 cm (Aue), 75- 90 cm (Widder)
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Farbschläge: weiß, schwarz, gescheckt
  • Eigenschaften: für intensive Haltung geeignet, Nutzung von Milch, Wolle, Fell und Fleisch
Foto: © Helge Kirchberger (Seegut Eisl)

Aussehen

Das Ostfriesische Milchschaf ist eine mittelschwere bis schwere, großrahmige und frühreife Schafrasse. Es existieren weiße, schwarze und gescheckte Farbschläge. Besonders häufig trifft man auf weiße Ostfriesische Milchschafe, welche auch etwas schwerer als Tiere des dunklen Farbschlages sind. Ein besonderes Merkmal der Ostfriesischen Milchschafe ist der lange unbewollte Schwanz. Die Tiere tragen keine Hörner und ihr Kopf ist länglich und unbewollt. Die Ohren der Rasse sind lang und nach vorne gerichtet. Ihre Gliedmaßen sind fein und die Fesseln straff. Der Rücken ist lang und das Tier insgesamt sehr gut bemuskelt. Aufgrund der hohen Milchleistung sollte besonderes Augenmerk am Euter liegen: Dieses ist geräumig, fest aufgehängt, breit und hat kräftige seitlich nach unten abstehende breite lange Zitzen.

Empfehlung: Eisl Eis

Das Bio-Schafmilcheis vom Wolfgangsee.

Verhalten und Lämmer

Ostfriesische Milchschafe gelten als anpassungsfähig und sehr widerstandsfähig. Der Brunstzyklus der Tiere ist saisonal. Ostfriesische Milchschafe sind für ihre sehr hohe Fruchtbarkeit bekannt: Das Ablammergebnis beträgt zwischen 180 und 210%. Es gibt daher mehrheitlich Zwillingsgeburten und häufiger Drillinge als Einlinge. Das Geburtsgewicht ist außerdem sehr hoch und die Lämmer sind äußerst frohwüchsig. Nach dem ersten Lebensjahr können Muttertiere die ersten Lämmer gebären. Die Tragzeit dauert im Schnitt 145 Tage. Aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit erfreuen sich die Tiere bei Züchter*innen sehr großer Beliebtheit.

Foto: © Helge Kirchberger (Seegut Eisl)

Haltung und Platzbedarf

Im Gegensatz zu allen anderen Schafrassen sind Ostfriesische Milchschafe keine ausgesprochenen Herdentiere. Es spricht daher nichts gegen Einzelhaltung und Haltung auf kleineren Höfen. Die Tiere eignen sich auch für die Koppelhaltung, nicht jedoch für extensive Haltungssysteme. Die Tiere sind, wie bereits erwähnt, sehr anpassungs- und widerstandsfähig und erfreuen sich daher bei Züchter*innen großer Beliebtheit.

Wirtschaftlichkeit

Ostfriesische Milchschafe wurden speziell auf eine hohe Milchleistung gezüchtet und gelten als äußerst ertragreich. Jungtiere erreichen nach sechs bis sieben Monaten ihre Zuchtreife. Mit einem Jahr können sie so bereits die ersten Lämmer gebären. Der Wollertrag pro Jahr liegt zwischen vier und fünfeinhalb Kilogramm. Pro Jahr geben Ostfriesische Milchschafe zwischen 500 und 600 Liter Milch. Der Fettgehalt beträgt zwischen fünf und sechs Prozent. Der Eiweißgehalt zwischen vier und fünf Prozent. Am leistungsstärksten sind Schafe im vierten Lebensjahr. Aus ihrer Milch werden Milchspeisen, Butter und vor allem Käse hergestellt. Auch das Fleisch der Tiere kann verwertet werden. Die Rasse gilt insgesamt als äußerst ertragreich. Die Wolle der Tiere gilt als eher robust (32-38 Micron).

Tipp: Unter Micron versteht man die Dicke der einzelnen Haare.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse liegen, wie der Name bereits verrät, im norddeutschen Ostfriesland. Um die Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden zwei dort ansässige Schläge des Marschschafes (Groninger- und Friesenschaf) zu einer Rasse zusammengefasst. Heute zählt das Ostfriesische Milchschaf zu den weltweit am verbreitetsten Milchschafrassen.

Kategorien
Rassen

Heidschnucke

Heidschnucken gibt es in silber- bis dunkelgrauen oder weißen Farbschlägen.

Steckbrief

  • Herkunft: Norddeutschland
  • Gewicht Weiße Heidschnucke: 45 kg (w), 65-75 kg (m)
  • Gewicht Graue Heidschnucke: 50 kg (w), 70-90 kg (m)
  • Widerristhöhe Weiße Heidschnucke: 50 cm (w), 55-60 cm (m)
  • Widerristhöhe Graue Heidschnucke: 60 cm (w), 65-70 cm (m)
  • Brunstzyklus:  saisonal
  • Farbe: silber- bis dunkelgrau, reinweiß
  • Schur: 1 Mal/Jahr
  • Eigenschaften: Landschafrasse, genügsam, lebhaft, für extensive Haltung geeignet, Woll- und Fleischlieferant

Aussehen

Charakteristisch für graue gehörnte Heidschnucken ist das gräuliche und sehr lange Vlies. Kopf, Schwanz und Beine der Tiere, die als schwarze Lämmer geboren werden, sind ebenfalls schwarz. Im zweiten Lebensjahr färben sich die Lämmchen in die graue Farbe der ausgewachsenen Tiere. Sowohl Mutterschafe als auch Widder tragen Hörner. Diese sind bei Widdern mehrfach gedreht und schneckenförmig. Bei Mutterschafen sind die Hörner sichelförmig nach hinten gebogen. Heidschnucken sind kleine Schafe mit einem langen keilförmigen Kopf und gut gewölbten Brustkorb. Außerdem haben die genügsamen Schafe eine eindrucksvolle Rumpftiefe und ein feines Fundament. 

Sowohl Mutterschafe als auch Widder sind gehörnt.

Es gibt auch eine weiße, etwas kleinere Variante der Heidschnucke. Auch weiße Heidschnucken-Böcke haben imposante mehrfach gedrehte Hörner. Die Hörner der Muttertiere sind, wie bei den grauen Heidschnucken, nach hinten gebogen und sichelförmig. Die Weiße Hornlose Heidschnucke, auch Moorschnucke genannt, hat einen hornlosen Kopf. Die Klauen sind besonders widerstandsfähig.

Verhalten und Lämmer

Heidschnucken charakterisieren sich durch ihre extreme Widerstandsfähigkeit. Die Tiere gelten als sehr anspruchslos und eignen sich für Hütehaltung auf teilweise feuchten und kargen Böden. Weibliche Schafe besitzen außerdem ausgezeichnete Muttereigenschaften. Die Paarungszeit der Heidschnucken findet im November und Dezember statt. Nach einer Tragezeit von fünf Monaten kommt im Durchschnitt ein Lamm zur Welt. Zu Geburts- und Aufzuchtproblemen kann es bei der Fütterung von zu reichhaltigem Futter kommen.

Heidschnucken gelten als widerstandsfähige Rasse.

Haltung und Platzbedarf

Heidschnucken fühlen sich vor allem in Heide- und Moorlandschaften wohl und eignen sich dort perfekt zur Landschaftspflege. Ihr harten Klauen sind optimal an den Untergrund in Moorlandschaften angepasst. Die Tiere bevorzugen karge, zum Teil feuchte Böden und können gut in der Hütehaltung eingesetzt werden.

Futter

Die Rasse ernährt sich zum Großteil von Heidekraut, Birkenaufwuchs und Moorgräsern. Die Tiere können auch mit wenig nahrhafter Kost sehr gut zurechtkommen. Abgeerntete Kartoffel- und Rübenäcker können durchaus zur Nachweide genutzt werden. Die harten Klauen der Tiere können bei gehaltvollem Futter verweichen und anfälliger werden. Bei zu reichhaltigem Futter können außerdem vermehrt Probleme bei der Geburt und Aufzucht der Lämmer auftreten.

Lesetipp: Lüneburger Heide

Alles rund ums Wappentier der Lüneburger Heide.

Wirtschaftlichkeit

Heidschnucken werden, wie bereits erwähnt, vor allem zur Landschaftspflege eingesetzt. Ihr Fleisch gilt als feinfaserig und kennzeichnet sich durch einen ausgezeichneten Geschmack, der an Wild erinnert. Ihr grobes, mischwolliges Vlies kann sehr gut zur Herstellung von groben Geweben, wie Teppichen, verwendet werden.

Leider zählt die Heidschnucke heute zu den gefährdeten Tieren.

Herkunft und Gefährdung

Die Ursprünge der Heidschnucke gehen auf das im Süden beheimatete Mufflon zurück. Als “Heydeschnucken” waren bis zur Hälfte des 19. Jahrhunderts kleinere und robuste Freiweideschafe in Norddeutschland bekannt. Diese Tiere konnten grau, weiß, behornt oder unbehornt sein und hatten ein Gewicht von bis zu 30 kg. Seit den 1940er Jahren werden Weiße Gehörnte und Weiße Hornlose Heidschnucken als selbständige Rassen von Grauen gehörten Heidschnucken ab. Heute zählt vor allem die Weiße Gehörnte Heidschnucke zu den besonders gefährdeten Schafen.


Fotos freundlicherweise zur Verfügung gestellt von Lüneburger Heide GmbH

Kategorien
Rassen

Rhönschaf

Steckbrief Rhönschaf

  • Herkunft: Rhön-Mittelgebirge (Deutschland)
  • Gewicht: 60-70 kg (Aue), 85-95 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 72-78 cm (Aue), 80-85 cm (Widder)
  • Brunstzyklus: asaisonal
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, widerstandsfähig, genügsam, für Hobbyhalter*innen geeignet

Aussehen

Rhönschafe sind mittelgroße bis großwüchsige Tiere mit einem schwarzen, bis hinter die Ohren unbewollten und hornlosen Kopf. Es handelt sich um eine hochbeinige Rasse, die optimal an raue Mittelgebirgsklima angepasst ist. Die Kombination aus schwarzem Kopf und weißen Beinen hebt Rhönschafe von allen anderen Schafrassen ab und verleiht ihnen ein außergewöhnliches Aussehen. Das Wollvlies ist grob und wenig gekräuselt.

Verhalten und Lämmer

Rhönschafe gelten als genügsam und widerstandsfähig. Ihr Charakter ist freundlich und die Tiere sind leicht zähmbar. Die Tiere sind optimal an das raue Klima des Mittelgebirges angepasst und fühlen sich auf feuchten, kargen Weiden besonders wohl. Die Schafe sind sehr robust, ihre harten Klauen, mit denen sie leichtfüßig auf unwegsamen Geländen spazieren können, sind nicht anfällig für Moderhinke

Rhönschaflämmer sind im Gegensatz zu anderen Schafrassen erst spät schlachtreif. Mit acht bis elf Monaten erlangen sie das optimale Schlachtgewicht. (Im Vergleich: Lämmer anderer Rassen erreichen schon mit drei bis fünf Monaten ihr Schlachtgewicht). Grund für die langsame Gewichtszunahme sind die nährstoffarmen Magerwiesen der Hochlagen.

Haltung und Platzbedarf

Rhönschafe werden gerne für die Landschaftspflege eingesetzt und beugen so Verbuschung vor und tragen zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. Früher war das Rhönschaf ein Zweinutzungsschaf. Heute dient es vor allem als Fleischlieferant oder wird im Tourismus eingesetzt, da die freundlichen Tiere vor allem bei Kindern sehr beliebt sind.

Futter

Wie bereits erwähnt, sind Rhönschafe optimal an die Bedingungen des rauen Mittelgebirgsklima der Rhön angepasst. Besonders gut schmecken ihnen die zahlreichen Kräuter der Mittelgebirgswiesen. Ansonsten stellen sie geringe Anforderungen an ihren Speiseplan.

Wirtschaftlichkeit

Rhönschafe nehmen nur langsam an Gewicht zu und sind keine besonders schweren Schafe. Ihr Fleisch ist jedoch als äußerst zart, schmackhaft und aufgrund der exzellenten Qualität bekannt. Es gilt außerdem als relativ kurzfaserig und erinnert geschmacklich stark an Wild. Die Rasse eignet sich nicht zur Gewinnung von Käse und Milchprodukten, da der überwiegende Teil der Milch der Mutterschafe für die Lämmer verwendet wird. Die jährlich erbrachte Wollmenge liegt zwischen drei und sechs Kilogramm, wird selten industriell verarbeitet, da sie sehr derb und grob ist. Heute bietet sich die Rasse vor allem für Hobbyzüchter*innen an, die sie für ihr spezielles Aussehen sehr schätzen.

Herkunft

Rhönschafe zählen zu den ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Zu großer Bekanntheit gelangte die Rasse im 19. Jahrhundert, als sie von Napoleon in großen Mengen nach Frankreich exportiert wurde. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts war das robuste Tier stark vom Aussterben bedroht, da es nicht besonders ertragreich war. Zu einem Zeitpunkt gab es nur mehr etwa 300 eingetragene Tiere. Heute hat sich der Bestand der Rasse wieder im fünfstelligen Bereich eingependelt.

Kategorien
Rassen

Schwarzkopfschaf

Steckbrief

  • Herkunft: England (Großbritannien)
  • Gewicht: 80-90 kg (Aue), 120-130 kg (Widder)
  • Schur: 1-2 Mal/Jahr
  • Brunstzyklus: saisonal/asaisonal
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, mittelgroß, für intensive Haltung geeignet, gute Muttereigenschaften, feine Wolle

Aussehen

Schwarzkopfschafe sind mittelgroße bis große, starkwüchsige Schafe mit ausgeprägten Körperformen. Die Rasse charakterisiert sich durch ausgeprägte Fleischpartien und eine vorgeschobene Brust. Die Schafe haben einen langen, gut bemuskelten Rücken und einen tiefen Rumpf. Der Kopf der Tiere ist mittelbreit, hornlos, bewollt und, wie der Name sagt, dunkelbraun bis schwarz gefärbt. Ihre Beine sind schwarz, stämmig und unbewollt. Das Wollvlies der Tiere ist weiß und dicht, jedoch nicht so weich wie Merinowolle.

Verhalten und Lämmer

Die Tiere gelten als sehr anpassungsfähig und ausgesprochen fleischwüchsig. Der große Erfolg der Rasse wird unter anderem ihrer ausgezeichneten Anpassungsfähigkeit an verschiedenste Standorte mit gutem Futterangebot zugeschrieben. Weibliche Schwarzkopfschafe sind für ihre Fruchtbarkeit und Frühreife bekannt. Weiters kennzeichen sie sich durch einen saisonalen Brutzyklus mit sehr langen Brutsaisonen. Schwarzkopfschaflämmer gelten als frühreif und gut bemuskelt. Die Lämmchen können bereits nach sechs Monaten zwischen 50 und 60 kg wiegen. 

Haltung und Platzbedarf

Die widerstandsfähigen Tiere mit guter Weide-, Marsch- und Pferchfähgigkeit eignen sich sowohl für die Koppelhaltung als auch für die Hütehaltung und zur Landschaftspflege. Schwarzkopfschafe benötigen einen großflächigen Auslauf, um ihre Paarhuferklauen abzureiben. Diese muss man in regelmäßigen Abständen pflegen, um Krankheiten, wie Moderhinke, vorzubeugen. Die Tiere gelten insgesamt als sehr reinlich und benötigen reinliche Wasser- und Futtertröge.

Futter

Schwarzkopfschafe gelten als starke Esser und haben einen gesunden Appetit. Die Tiere benötigen viel Raufaserfutter, um Verdauungsprobleme zu vermeiden. Ausreichend Heu ist als Ausgleich zum hochverdaulichen Gras empfehlenswert.

Wirtschaftlichkeit

Die kräftigen Schwarzkopfschafe überzeugen durch ihre sehr gute Fleischwüchsigkeit und eine Schlachtausbeute von etwa 50%. Schwarzkopfschaf-Zuchtlämmer nehmen rasch an Gewicht zu und wiegen bereits nach dem ersten halben Lebensjahr zwischen 50 und 60 kg. Mutterschafe wiegen zwischen 80 und 90 kg. Böcke können ein Gesamtgewicht von bis zu 130 kg erreichen. Die Tiere gelten außerdem als gute Wolllieferanten, mit einem durchschnittlichen jährlichen Wollertrag zwischen vier und sieben kg.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse lassen sich auf englische Fleischschafrassen (Hampshire, Suffolk, Oxford) zurückführen, die ab Mitte des 19. Jahrhunderts auch in Deutschland eingeführt wurden. Heute gelten Schwarzkopfschafe als zweitbeliebteste Rasse in Deutschland.

Kategorien
Rassen

Merinolandschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Nordafrika, Spanien
  • Gewicht: 80-100 kg (Aue), 120-160 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 75-85 cm (Aue), 85-95 cm (Widder)
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Brunstzyklus: asaisonal
  • Farbe: weiß 
  • Eigenschaften: Landschafrasse, groß, widerstandsfähig, gute Marschfähigkeit, fruchtbares Woll- und Fleischschaf

Aussehen

Das Merinolandschaf ist ein mittelgroßes bis großes Schaf mit einem langen, keilförmigen und hornlosen Kopf. Auf der Stirn trägt es einen typischen Wollschopf. Seine Ohren sind breit und leicht nach unten hängend. Die Rasse hat eine breite Brust und einen straffen, breiten Rücken. Die Wolle der Merinos ist rein weiß und sehr fein (26-28 Mikron).

Verhalten

Merinolandschafe gelten als ruhige und genügsame Tiere.  Die widerstandsfähigen und robusten Schafe stellen in Süddeutschland den größten Anteil in der Schafhaltung. Die Rasse hat einen asaisonalen Brunstzyklus. Das bedeutet, dass Merinolandschafe das ganze Jahr über trächtig werden und Lämmer bekommen können. Bei optimalen Bedingungen sind in zwei Jahren sogar drei Lammungen möglich. Weiters ist die Rasse für beste Muttereigenschaften bekannt.

Platzbedarf

Merinolandschafe haben lange Beine und gelten als begnadete Wanderschafe. Sie eignen sich daher nicht nur hervorragend zur Koppelhaltung und Landschaftspflege, sondern auch zur Wanderschäferei. Die widerstandsfähigen Tiere bieten gute Leistung selbst bei schwierigen Bedingungen und können zur großflächigen Landschaftspflege eingesetzt werden.

Lämmer

Wie bereits erwähnt, sind Merinolandschafe asisonal brünstig. Lämmer können daher das ganze Jahr über zur Welt kommen. Merinolandschaflämmer werden am besten in der Lämmermast im Stall aufgezogen. Dort können die Lämmer nach etwa 100-120 Tagen ein Schlachtgewicht von über 50 kg erreichen. Entscheidet man sich für eine Lämmeraufzucht auf der Weide, werden die Jungtiere nach etwa fünf bis sechs Monaten ca. 40 kg wiegen.

Futter

Merinolandschafe sind für ihre gute Marschfähigkeit bekannt. Da sie außerdem als sehr koppelfähig gelten, können unterschiedlichste Futterflächen genutzt werden. Karge, raue Mittelgebirgsweiden, wie sie beispielsweise in Süddeutschland vorzufinden sind, stellen kein Problem für die genügsamen Tiere dar.

Wirtschaftlichkeit

Merinolandschafe gelten als sehr wirtschaftliche Tiere, da sie sich durch eine sehr gute Fruchtbarkeit und Säugeleistung hervorheben. Außerdem gelten die Tiere als ertragreiche Woll- und Fleischlieferanten. Aus der bekannten Merinowolle können sehr feine Stoffe hergestellt werden. Der jährliche Wollertrag liegt zwischen vier und fünf kg pro Tier.

Herkunft

Die Ursprünge des Merinoschafes führen nach Nordafrika. Die Rasse mit der begehrten feinen Wolle gelang über Spanien im 18. Jahrhundert letztendlich auch nach Zentraleuropa. Bei Merinolandschafen handelt es sich um eine im 19. Jahrhundert gekreuzte Rasse aus Merinoschafen und Landschafrassen.  Da das Merinolandschaf hauptsächlich in Süddeutschland verbreitet ist, trägt es den Beinamen “Württemberger”. Das Marinolandschaft ist eine der drei Unterarten des Merinoschafes. Neben Marinolandschafen gibt es auch noch Merinowollschafe und Merinofleischschafe.