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Rassen

Herdwick

Steckbrief

  • Herkunft: England (Lake District)
  • Gewicht:  60 kg  (Aue),  80-85 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 70 cm (Aue), 75 cm (Widder)
  • Farbe: hellgrau
  • Eigenschaften: robust, genügsam, keine Herdentiere, standorttreu

Aussehen

Bei Herdwick-Schafen handelt es sich um kleine bis mittelgroße Schafe mit tiefem Rumpf. Die Behörnung der Böcker ist weiß/cremefarben, tief getragen,  spiralförmung und sticht sofort ins Auge. Weibliche Herdwick-Schafe sind jedoch hornlos. Charakteristisch für die englische Rasse ist ihr Lächeln. Ihr Gesicht und ihre Ohren sind weiß, während ihre Beine die Farbe von Raureif haben und borstige Haare tragen. Die Tiere erfreuen sich dank ihres freundlichen Aussehens bei Züchter*innen großer Beliebtheit.

Verhalten

Herdwick-Schafe sind, im Gegensatz zu vielen anderen Rassen, keine Herdentiere, sondern Individualisten, die als sehr genügsam und freundlich gelten. Zudem handelt es sich um eine der widerstandsfähigsten und robustesten britischen Schafrassen. Muttertiere überzeugen mit ausgezeichneten Muttereigenschaften.

Weitere Pluspunkte der Rasse sind ihre  Langlebigkeit und Anspruchslosigkeit. Das Ablammergebnis beträgt 150%. Mutterschafe bringen demnach häufig mehrere Lämmer zur Welt und ziehen diese groß. Eine besondere Charaktereigenschaft ist ihr ausgesprochener Instinkt, auf jene Weideplätze zurückzukehren, auf denen sie aufgewachsen sind. Wie keine andere Schafrasse machen Herdwick-Schafe Schwachstellen in Umzäunungen aus und nutzen diese für ihren Weg “nach Hause”.

Lämmer

Herdwick-Lämmer werden in der Regel in den Monaten März und April mit dichtem, filzartigem und fast vollständig schwarzem Fell geboren. Allein um die Nase und Augenpartien oder zwischen den Ohren lassen sich bei den neugeborenen Tieren weiße oder gräuliche Stellen durchblicken. Bereits in den Herbstmonaten im ersten Jahr verfärbt sich der Körper braun und Beine und Kopf weiß. Im Laufe der Zeit verfärbt sich die Körperwolle in ein dunkles Grau. Die Verfärbung erkennt man vor allem bei der Schur im Frühjahr. Mit zunehmenden Alter färbt sich die Wolle heller. Ältere Herdwick-Schafe sind hellgrau, beige oder fast weiß.

Haltung und Platzbedarf

Herdwick-Schafe sind ausgesprochen genügsam und robust und leben daher das ganze Jahr über im Freien. Die Tiere eignen sich sehr gut zur Haltung auf höheren Gebieten. Sie sind ausgezeichnete Landschaftspfleger, da sie selbst mit schwierigen Wetterbedingungen sehr gut zurecht kommen können. Sogar in den Wintermonaten finden sie auf Weiden in Hügel- oder Bergregionen ausreichend Nahrung und fühlen sich auch auf sehr kargen Weiden wohl. Auch in den Wintermonaten ist eine Zufütterung in der Regel nicht notwendig.

Herdwick-Schafe sind sehr standorttreu und fühlen sich auch auf feuchten Standorten wohl. Dank ihrer Standorttreue sind niedrige Steinwälle in ihrem häufigsten Verbreitungsgebiet, dem Lake District, als Eingrenzung mehr als ausreichend. Für eine artgerechte Haltung sollte den Tieren außerdem genügend Schattenplätzchen, Bäume und Unterstände zum Schutz vor Wind und Regen bereitstehen.

Futter

Herdwick-Schafe ernähren sich das ganze Jahr über von Gras und Heu. Körner nehmen die Tiere in kleinen Mengen (z.b. zum Anlocken) zu sich. Auch wenn die Tiere auf Streuobstwiesen weiden, lassen sie das Obst oft außen vor.

Empfehlung: dasHERDWICKschaf.at

Alles rund um das lachende Schaf.

Wirtschaftlichkeit

Die Tiere liefern sehr zartes und außerordentlich schmackhaftes Fleisch, da sie das ganze Jahr über auf der Weide grasen und nur langsam an Gewicht zunehmen. Ihr langsames Wachstum resultiert jedoch in geringer Wirtschaftlichkeit. Insgesamt hält sich  ihre Wirtschaftlichkeit im Vergleich zu Wirtschaftsrassen stark in Grenzen. Da die Tiere zudem relativ klein sind und erst ab dem zweiten Lebensjahr gedeckt werden können, gelten sie als eher mäßig profitable Fleischlieferanten. 

Herdwick-Schafe können in der Regel pro Jahr nur einmal geschoren werden. Der Wollertrag beläuft sich auf ca 2,5 kg. Bei der Wolle handelt es sich um sehr grobe Fasern (36 Micron). Die Wolle kann man gut zu Teppichen verarbeiten. Heute spielt der Wollertrag aufgrund der niedrigen Wollpreise jedoch nur mehr eine untergeordnete Rolle. Herdwick-Schafe können sehr gut zur Landschaftspflege eingesetzt werden, da sie, wie bereit erwähnt, sehr gut mit schwierigen Wetterbedingungen zurechtkommen.

Herkunft

Die Ursprünge des Herdwick-Schafes führen nach Skandinavien. Heute ist das Hauptverbreitungsgebiet der Rasse im Lake District in Nordengland. Erstmals 1840 erwähnt, wurde die Rasse 1916 offiziell anerkannt.

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Rassen

Kerry Hill

Steckbrief

  • Herkunft: Wales (Großbritannien)
  • Gewicht: 55-65 kg  (Aue), 65-75 kg (Widder)
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, robust, anpassungsfähig, gut zur Kreuzung mit anderen Rassen geeignet
Kerry Hill Schafe sind für ihre außergewöhnliche Musterung bekannt.

Aussehen

Kerry Hill Schafe sind sehr kräftige, großrahmige Tiere. Charakteristisch sind die schwarze Nase und die schwarzen Flecken am Kopf und an den Beinen, welche den Tieren ein sehr außergewöhnliches Aussehen verleihen. Sowohl weibliche als auch männliche Tiere sind hornlos. Ihr Wollvlies ist weiß, sehr dicht und zählt zu den weichsten britischen Wollen. Die stämmigen Schafe haben einen rechteckigen Körperbau und einen langen Schwanz.

Verhalten und Lämmer

Kerry Hill Schafe gelten als sehr robust und anpassungsfähig. Die Rasse kann daher für unterschiedlichste Formen der Schafhaltung eingesetzt werden. Es handelt sich um sehr vitale, lebhafte und wenig krankheitsanfällige Rasse. Muttertiere erreichen eine Ablammquote von 175% und besitzen exzellente Muttereigenschaften. Manche Halter*innen bezeichnen das Gemüt der Tiere als nervös.

Haltung, Platzbedarf und Futter

Wie bereits erwähnt, passen sich Kerry Hill Schafe sehr gut den unterschiedlichsten Futter- und Wetterbedingungen an. Die Tiere neigen nicht zur Verfettung. Ihre Haltung erweist sich stets als sehr unproblematisch.

Kerry Hill Schafe sind sehr robust und vielseitig einsetzbar.

Wirtschaftlichkeit

Die Tiere eignen sich sehr gut zur Kreuzung mit anderen Rassen, da sie als sehr fruchtbar gelten. Die Kreuzung von Kerry Hill Mutterschafen mit Down-Böcken führt zu sehr früh ausgewachsenen Lämmern mit qualitativ sehr hochwertigem Fleisch. Gekreuzt mit den Blue Faced Leicester, einem Langwollschaf, resultiert daraus ein feines Kreuzungsmutterschaf.

Die Schlachtkörper der Lämmer erreichen ein Gewicht zwischen 19 und 24 kg. Ihr Fleisch gilt als mager und schmackhaft.  Ein weiterer Pluspunkt ist die Langlebigkeit der Tiere. Die Wolle der Tiere ist weiß und hat eine Feinheit von 30 bis 34 Mikron. Die Fasern werden zwischen zehn und zwölf Zentimeter land. Der jährliche Wollertrag liegt bei Mutterschafen bei 3,5 kg.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse führen nach Powys an der walisisch-englischen Grenze. Ihr Name stammt von der Ortschaft Kerry ab. Erste Aufzeichnungen der Rasse stammen aus dem 19. Jahrhundert.

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Rassen

Scottish Blackface

Steckbrief

  • Herkunft: Schottland (Großbritannien)
  • Gewicht: 65-75 kg  (Aue), 80-100 kg (Widder)
  • Farbe: weiß
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Eigenschaften: Hochlandschafrasse, robust, fruchtbar, geeignet für ganzjährige Freilandhaltung
  • Auch bekannt unter: Blackface, Blackfaced Highland, Kerry (Irland), Lintoln, Scottish Mountain, Scottish Highland, Scotch Blackface, Scotch horn
Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Aussehen

Scottish Blackface sind mittelgroße Schafe mit einem ramsnasigem, breitem Kopf. Sowohl Böcke als auch weibliche Schafe haben einen unbwollten, behörnten, schwarzen Kopf mit weißer Zeichnung. Bei den Böcken nimmt das Gehörn im Laufe der Zeit eine schneckenhafte Form an. Die Tiere besitzen sehr harte Klauen, die gut auf die Hügel Schottlands und die dort auffindbaren feuchten Untergründe angepasst sind. 

Es gibt drei Unterarten:

Der Perth Typ ist ein großes Schaft mit mittellanger bis langer Wolle. Diese Unterart ist hauptsächlich im Nordosten Schottlands, im Südwesten Englands oder in Nordirland zu finden. 

Der Lanark Typ ist die vorherrschende Unterart in Schottland und Irland. Es handelt sich um ein mittelgroßes Schaf mit kürzerer Wolle als der Perth Typ

Das Northumberland Blackface ist ein großes Schaf mit weicher Wolle, welches vermehrt im Norden Englands lebt.

Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Verhalten und Lämmer

Scottish Blackface sind sehr genügsame und robuste Schafe, die außerdem als sehr intelligent und eigenwillig gelten. Mutterschafe glänzen mit ausgezeichneten Muttereigenschaften und problemlosen Geburten – auch ohne menschliche Hilfe. Die Schafe können von den Herbstmonaten bis Jänner gedeckt werden. Das Ablammergebnis kann 150% erreichen. Die Tiere sind somit sehr fruchtbar.

Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Aufgrund ihrer Wirtschaftlichkeit erfreut sich die Rasse großer Beliebtheit.  Die Tiere gelten als frohwüchsig und sind meist problemlos zu halten. Bei der Ablammung sollte man die Tiere nicht in Ablammboxen oder eng mit anderen Muttertieren halten. Am Liebsten suchen sich die Tiere ihren eigenen Platz zum Ablammen auf der Weide. Nach ein bis zwei Tagen kehren sie zur restlichen Herde zurück.

Haltung und Platzbedarf 

Die Rasse gilt als sehr anspruchslos und einfach zu halten. Scottish Blackface fühlen sich das ganze Jahr über im Freien wohl. Auch die Haltung auf schwieriger zu bewirtschaftendem Gelände stellt kein Problem für die Tiere dar. An ihren Speiseplan stellen die Tiere geringe Anforderungen: Selbst bei kargen Böden kann eine gute Mastleistung erreicht werden. Wie bereits erwähnt, haben die Tiere harte klauen und leben ursprünglich in den Hügeln Schottlands auf kargen, feuchten Bodem. Für artgerechte Haltung brauchen die Tiere einen Unterstand gegen Regen und Schnee.

Foto: Jeanny Blüggel / Schafhalter: Gerold Bertram

Futter

Die Tiere ernähren sich das ganze Jahr über von Heu und Gras auf der Weide. Während der Laktationsdauer und Säugezeit können kleine Mengen Hafer zugefüttert werden. Die Tiere sollten allerdings nicht überfüttert werden, da es sich um gute Futterverwerter handelt.

Wirtschaftlichkeit

Wirtschaftlich gesehen ist das Scottish Blackface eine der wichtigsten Rassen Großbritanniens. In den 90ern belief sich ihr Wollertrag auf fast 40% der gesamten Wollproduktion Schottlands und 12% der Wollproduktion Großbritanniens. Das Vlies der Rasse erreicht eine Länge von bis zu 30 cm. Die Wolle ist rein weiß und grob und lang abwachsend. Die Tiere werden ein bis zwei Mal pro Jahr geschoren. Scottish Blackface sind sehr gut für Kreuzungen mit anderen Rassen geeignet. Auch ihre Fruchtbarkeit ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor. Wirtschaftlich gesehen ist das Scottish Blackface eine der wichtigsten Rassen Großbritanniens. In den 90ern belief sich ihr Wollertrag auf fast 40% der gesamten Wollproduktion Schottlands und 12% der Wollproduktion Großbritanniens. Das Vlies der Rasse erreicht eine Länge von bis zu 30 cm. Die Wolle ist rein weiß und grob und lang abwachsend. Die Tiere werden ein bis zwei Mal pro Jahr geschoren. Scottish Blackface sind sehr gut für Kreuzungen mit anderen Rassen geeignet. Auch ihre Fruchtbarkeit ist ein entscheidender Wirtschaftsfaktor.

Herkunft

Die Ursprünge der Rasse führen in den Norden Großbritanniens. Bei Scottish Blackface handelt es sich um die am weitesten verbreitete Rasse auf den britischen Inseln. Aufzeichnungen aus dem 12. Jahrhundert geben Auskunft über die Züchtung von Schafen durch Mönche, die als Vorfahren der heutigen Rasse gelten.

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Rassen

Ungarisches Zackelschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Ungarn
  • Gewicht: 45- 75 kg (Aue), 65- 85 kg (Widder)
  • Größe:  70-85 cm (Aue) 70-90 cm(Widder)
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Farbe: weiß, schwarz
  • Eigenschaften: für extensive Haltung geeignet, bis zu 1m lange Hörner, robust und widerstandsfähig
Auffälligstes Merkmal der Rasse ist ihr langes Horn
Foto: Carolina Schornsteiner

Aussehen

Bei Ungarischen Zackelschafen handelt es sich um eine kleine- bis mittelgroße Schafrasse. Es existieren die Farbschläge weiß und schwarz. Bei der Geburt sind Lämmer des weißen Farbschlages hell und haben einen dunkelbraunen Kopf. Beine, Schwanz under vordere Rumpfteil sind ebenfalls braun. Lämmer des schwarzen Farbschlages haben bei der Geburt ein glänzendes, gekräuseltes Fell. Mit zunehmendem Alter verfärbt sich das Fell grau und der Glanz nimmt ab.

Ungarische Zackelschafe haben einen außergewöhnlich schmalen Kopf dessen Stirn unbewollt ist. Ihre Ohren stehen waagerecht ab und sind kleiner als bei anderen Rassen. Am Kopf tragen die Tiere korkenzieherartig gedrehte und  V-förmig gestellte Hörner. Diese können bei Widdern bis zu einem Meter lang werden. Die Hörner der weiblichen Schafe werden etwa 50 cm lang.Die Hörner des weißen Farbschlages enthalten ein bis zwei dunkle Streifen. Tiere des schwarzen Farbschlages haben schwarze Hörner und Klauen. Das Vlies der Tiere ist gelockt und kann bis zu 30 cm lang werden. Es schützt die Tiere sowohl im Winter vor Kälte, als auch im Sommer vor Überhitzung. So ertragen die Tiere Temperaturen zwischen -20°C und +40°C.

Das Vlies der Tiere schützt sie vor kalten Temperaturen.
Foto: Carolina Schornsteiner

Verhalten

Die Rasse gilt als sehr robust und widerstandsfähig und kann gut für die extensive Haltung eingesetzt werden. Ihre Klauen sind äußerst hart und unempfindlich. Dank ihrer Anpassungsfähigkeit können die Tiere in unterschiedlichen Klimabedingungen und mit unterschiedlichem Nahrungsangebot gehalten werden. Die Tiere sind nicht anfällig für Krankheiten und sehr lebhaft jedoch auch ziemlich scheu. Sie reagieren außerdem sehr empfindlich auf Stress und Lärm. 

Lämmer

Die Lämmer gelten als sehr robust und kommen meist in den Monaten Jänner und Februar im Freien zur Welt. Der Brunstzyklus der Tierre ist streng saisonal. Im Normalfall wird ein Junges pro Jahr zur Welt gebracht. Bei besonders guten Haltungsbedingungen kann in Ausnahmefällen auch eine zweite Lammung im Jahr stattfinden. Zwillinge kommen sehr selten vor.

In Ställen benötigen die Tiere viel Auslauf.
Foto: Carolina Schornsteiner

Haltung und Platzbedarf

Wie bereits erwähnt, gelten die Tiere als äußerst anspruchslos. Auf jeden Fall bereitgestellt werden sollte jedoch ein trockener Unterstand. In Stresssituationen neigen die Tiere zur Flucht. Im Freien können sie also oft nur schwer zu fangen sein. Die Tiere können sich sehr gut an regionale Klima- und Nahrungsgegebenheiten anpassen. Ab April/Mai bis zum Wintereinbruch weiden die Tiere auf extensiven Grünflächen. Die Winter sollten sie in Ställen mit Auslaufmöglichkeit verbringen.

Futter

Die Tiere stellen keine großen Ansprüche an ihren Speiseplan und sind daher auch sehr gut auf ausgedünnten Weiden einsetzbar. Während der Sommermonate lieben die Tiere das frische Gras der Weide. Im Winter ernähren sie sich hauptsächlich von Heu. Während der Säugeperiode kann auch Getreide in kleineren Mengen zugefüttert werden. Auf die Zufütterung von Kraftfutter sollten Halter*innen verzichten.

Im Winter fressen die Schafe hauptsächlich Heu.
Foto: Carolina Schornsteiner

Wirtschaftlichkeit

Ursprünglich wurden Ungarische Zackelschafe als Milch– und Fleischlieferanten eingesetzt und gelten auch heute noch als gute Milchlieferanten. Während der Laktationsdauer (100 Tage) liefern die Tiere bis zu 80 Kilogramm Milch. Ihr Fleisch gilt als feinfaserig, mager und der Geschmack erinnert an Wild. Doch vor allem die grobe Wolle bietet sich gut für die Herstellung von wetterunempfindlichen Pelzmänteln an. Ungarische Zackelschafe werden einmal pro Jahr geschoren. Der Wollertrag liegt zwischen zwei und drei Kilogramm bei Muttertieren und zwischen drei und vier Kilogramm bei Widdern.

Das Ungarische Zackelschaf ist eine sehr alte Schafrasse.
Foto: Carolina Schornsteiner

Herkunft

Die Anfänge der Rasse liegen sehr weit zurück und führen uns 5000 Jahre in die Vergangenheit. Man geht davon aus, dass die Vorfahren der heutigen Rasse vor 1100 Jahren nach Ungarn gebracht wurden. Bis ins 18. Jahrhundert waren Zackelschafe die vorherrschende Rasse in Ungarn. Im Laufe der Jahre ging die Anzahl der Tiere stark zurück. Heute ist die Rasse vom Aussterben bedroht und Ungarische Zackleschafe die letzte erhaltene Schafrasse mit Schraubenhörnern.

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Rassen

Coburger Fuchsschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Europäisches Mittelgebirge
  • Gewicht: 85-105 kg (Aue), 60-85 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 68-75 cm (Schafe), 75-80 cm (Widder)
  • Brunstzyklus: saisonal
  • Farbe: heller, dunkler Goldton
  • Eigenschaften: Landschafrasse, robust, marschierfähig, für die Landschaftspflege geeignet

Aussehen

Fuchschafe sind mittelgroße Tiere, die mit einem satten, rotbraunen Wollvlies geboren werden. Mit zunehmenden Alter (ca. ab dem fünften Monat) hellt das Vlies der Lämmer auf, bis es als ausgewachsenes Tier von einem hellen Grundton bis zu einem dunklen Goldton variieren kann. Ihr schöne Farbe hat den Tieren den Beinamen “mit dem goldenen Vlies” eingebracht. Der Kopf der Schafe ist schmal und hornlos und bis hinter die Ohren unbewollt. Die schmalen Beine haben dieselbe Farbe wie der Kopf und sind ebenfalls unbewollt. Widder können eine Mähne aufweisen, beide Geschlechter einen Aalstrich.

Verhalten und Lämmer

Traditionellerweise werden Fuchsschafe in den fränkischen Regionen Bayerns, in der Rhön und im Württembergischen gehalten. Fuchsschafe gelten als marschfähige und robuste Tiere, die sich sehr gut zur Landschaftspflege, zur Koppelhaltung und für Wanderschafsherden eignen.Fuchsschafe haben eine saisonale, aber gleichzeitig lange Brunstsaison. Pro Wurf können Muttertiere ein bis zwei Lämmer werfen. Die Mutterschafe haben außerdem gute Muttereigenschaften.

Haltung und Platzbedarf


Wie bereits erwähnt, sind die genügsamen Tiere gute Marschierer und eignen sich daher gut für Wanderschaftsherden. Sie verwerten selbst auf mageren Böden genügend Wildgräser und nehmen an Gewicht zu. Die Tiere können auch zur Landschaftspflege und Koppelhaltung eingesetzt werden. Die Weidehaltung mit mobilen Weidezäunen auf biologisch vielfältigen Wiesen gilt als besonders passend für die anpassungsfähige Rasse. Die Tiere können so für die Beweidung von Weingärten, Brachen, Streuobstwiesen oder Grünland optimal eingesetzt und maschinelle Bearbeitung vermieden werden. Da die Tiere genügend Platz benötigen, reicht auch bei einer Herde von nur wenigen Tieren, kein kleines Gartengrundstück mit Unterstand aus. Wer die Tiere außerdem auf einer einzigen dauerhaften Koppel hält, muss auf jeden Fall Futter zufüttern.

Futter

Bei der Weidehaltung mit mobilen Weidezäunen finden Fuchsschafe die perfekt auf ihre Bedürfnisse abgestimmte Nahrung. Voraussetzung dafür ist, dass die Koppeln biologisch vielfältig sind. Fuchsschafe gelten insgesamt als sehr futterdankbare Schafe.

Wirtschaftlichkeit

Fuchsschafe werden heute besonders für die Landschaftspflege eingesetzt. Doch auch ihr begehrtes “goldenes Vlies” (33 – 36 Mikron) kann für die verschiedensten Erzeugnisse  verwendet werden. Ihr Fleisch kennzeichnet sich durch hohe Qualität und gilt als zart und feinfaserig. Fleisch von älteren Schafen und Lämmern gilt ebenfalls als sehr schmackhaft. Bei wenig Zufütterung von Kraftfutter ähnelt das Fleisch geschmacklich dem Wildbret.

Herkunft

Bei Fuchsschafen handelt es sich um eine sehr alte Landschafrasse, die hauptsächlich im kargen europäischen Mittelgebirge  (vor allem in Oberfranken) verbreitet war. Im 20. Jahrhundert waren die Tiere stark vom Aussterben bedroht und auch heute sind die Bestände der Fuchsschafe nach wie vor sehr dezimiert.

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Rassen

Rhönschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Rhön-Mittelgebirge (Deutschland)
  • Gewicht: 60-70 kg (Aue), 85-95 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 72-78 cm (Aue), 80-85 cm (Widder)
  • Brunstzyklus: asaisonal
  • Farbe: weiß
  • Eigenschaften: Fleischschafrasse, widerstandsfähig, genügsam, für Hobbyhalter*innen geeignet

Aussehen

Rhönschafe sind mittelgroße bis großwüchsige Tiere mit einem schwarzen, bis hinter die Ohren unbewollten und hornlosen Kopf. Es handelt sich um eine hochbeinige Rasse, die optimal an raue Mittelgebirgsklima angepasst ist. Die Kombination aus schwarzem Kopf und weißen Beinen hebt Rhönschafe von allen anderen Schafrassen ab und verleiht ihnen ein außergewöhnliches Aussehen. Das Wollvlies ist grob und wenig gekräuselt.

Verhalten und Lämmer

Rhönschafe gelten als genügsam und widerstandsfähig. Ihr Charakter ist freundlich und die Tiere sind leicht zähmbar. Die Tiere sind optimal an das raue Klima des Mittelgebirges angepasst und fühlen sich auf feuchten, kargen Weiden besonders wohl. Die Schafe sind sehr robust, ihre harten Klauen, mit denen sie leichtfüßig auf unwegsamen Gelände spazieren können, sind nicht anfällig für Moderhinke. 

Rhönschaflämmer sind im Gegensatz zu anderen Schafrassen erst spät schlachtreif. Mit acht bis elf Monaten erlangen sie das optimale Schlachtgewicht. (Im Vergleich: Lämmer anderer Rassen erreichen schon mit drei bis fünf Monaten ihr Schlachtgewicht). Grund für die langsame Gewichtszunahme sind die nährstoffarmen Magerwiesen der Hochlagen.

Haltung und Platzbedarf

Rhönschafe werden gerne für die Landschaftspflege eingesetzt und beugen so Verbuschung vor und tragen zum Erhalt der Kulturlandschaft bei. Früher war die Rasse ein Zweinutzungsschaf. Heute dient es vor allem als Fleischlieferant oder wird im Tourismus eingesetzt, da die freundlichen Tiere vor allem bei Kindern sehr beliebt sind .

Futter

Wie bereits erwähnt, sind Rhönschafe optimal an die Bedingungen des rauen Mittelgebirgsklima der Rhön angepasst. Besonders gut schmecken ihnen die zahlreichen Kräuter der Mittelgebirgswiesen. Ansonsten stellen sie geringe Anforderungen an ihren Speiseplan.

Wirtschaftlichkeit

Rhönschafe nehmen nur langsam an Gewicht zu und sind keine besonders schweren Schafe. Ihr Fleisch ist jedoch als äußerst zart, schmackhaft und aufgrund der exzellenten Qualität bekannt. Es gilt außerdem als relativ kurzfaserig und erinnert geschmacklich stark an Wild. Die Rasse eignet sich nicht zur Gewinnung von Käse und Milchprodukten, da der überwiegende Teil der Milch der Mutterschafe für die Lämmer verwendet wird. Die jährlich erbrachte Wollmenge liegt zwischen drei und sechs Kilogramm, wird selten industriell verarbeitet, da sie sehr derb und grob ist. Heute bietet sich die Rasse vor allem für Hobbyzüchter*innen an, die sie für ihr spezielles Aussehen sehr schätzen.

Herkunft

Rhönschafe zählen war zu den ältesten Nutztierrassen Deutschlands. Zu großer Bekanntheit gelangte die Rasse im 19. Jahrhundert, als sie von Napoleon in großen Mengen nach Frankreich exportiert wurde. Gegen Mitte des 20. Jahrhunderts war das robuste Tier stark vom Aussterben bedroht, da es nicht besonders ertragreich war. Zu einem Zeitpunkt gab es nur mehr etwa 300 eingetragene Tiere. Heute hat sich der Bestand der Rasse wieder im fünfstelligen Bereich eingependelt.

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Rassen

Merinolandschaf

Steckbrief

  • Herkunft: Nordafrika, Spanien
  • Gewicht: 80-100 kg (Aue), 120-160 kg (Widder)
  • Widerristhöhe: 75-85 cm (Aue), 85-95 cm (Widder)
  • Schur: 2 Mal/Jahr
  • Brunstzyklus: asaisonal
  • Farbe: weiß 
  • Eigenschaften: Landschafrasse, groß, widerstandsfähig, gute Marschfähigkeit, fruchtbares Woll- und Fleischschaf

Aussehen

Das Merinolandschaf ist ein mittelgroßes bis großes Schaf mit einem langen, keilförmigen und hornlosen Kopf. Auf der Stirn trägt es einen typischen Wollschopf. Seine Ohren sind breit und leicht nach unten hängend. Die Rasse hat eine breite Brust und einen straffen, breiten Rücken. Die Wolle der Merinos ist rein weiß und sehr fein (26-28 Mikron).

Verhalten

Merinolandschafe gelten als ruhige und genügsame Tiere.  Die widerstandsfähigen und robusten Schafe stellen in Süddeutschland den größten Anteil in der Schafhaltung. Die Rasse hat einen asaisonalen Brunstzyklus. Das bedeutet, dass Merinolandschafe das ganze Jahr über trächtig werden und Lämmer bekommen können. Bei optimalen Bedingungen sind in zwei Jahren sogar drei Lammungen möglich. Weiters ist die Rasse für beste Muttereigenschaften bekannt.

Platzbedarf

Merinolandschafe haben lange Beine und gelten als begnadete Wanderschafe. Sie eignen sich daher nicht nur hervorragend zur  Koppelhaltung und Landschaftspflege, sondern auch zur Wanderschäferei. Die widerstandsfähigen Tiere bieten gute Leistung selbst bei schwierigen Bedingungen und können zur großflächigen Landschaftspflege eingesetzt werden.

Lämmer

Wie bereits erwähnt, sind Merinolandschafe asisonal brünstig. Lämmer können daher das ganze Jahr über zur Welt kommen. Merinolandschaflämmer werden am besten im  Lämmermast im Stall aufgezogen. Dort können die Lämmer nach etwa 100-120 Tagen ein Schlachtgewicht von über 50 kg erreichen. Entscheidet man sich für eine Lämmeraufzucht auf der Weide, werden die Jungtiere nach etwa fünf bis sechs Monaten ca. 40 kg wiegen.

Futter

Merinolandschafe sind für ihre gute Marschfähigkeit bekannt. Da sie außerdem als sehr koppelfähig gelten, können unterschiedlichste Futterflächen genutzt werden. Karge, raue Mittelgebirgsweiden, wie sie beispielsweise in Süddeutschland vorzufinden sind, stellen kein Problem für die genügsamen Tiere dar.

Wirtschaftlichkeit

Merinolandschafe gelten als sehr wirtschaftliche Tiere, da sie sich durch eine sehr gute Fruchtbarkeit und Säugeleistung hervorheben. Außerdem gelten die Tiere als ertragreiche Woll- und Fleischlieferanten. Aus der bekannte Merinowolle können sehr feine Stoffe hergestellt werden. Der jährliche Wollertrag liegt zwischen vier und fünf kg pro Tier.

Herkunft

Die Ursprünge des Merinoschafes führen nach Nordafrika. Die Rasse mit der begehrten feinen Wolle gelang über Spanien im 18. Jahrhundert letztendlich auch nach Zentraleuropa. Bei Merinolandschafen handelt es sich um eine im 19. Jahrhundert gekreuzte Rasse aus Merinoschafen und Landschafrassen.  Da das Merinolandschaf hauptsächlich in Süddeutschland verbreitet ist, trägt es den Beinamen “Württemberger”. Das Marinolandschaft ist eine der drei Unterarten des Merinoschafes. Neben Marinolandschafen gibt es auch noch Merinowollschafe und Merinofleischschafe.