Listeriose

Bei Listeriose handelt es sich um eine durch das Bakterium Listeria monozytogenes verursachte Krankheit. Sie tritt akut auf und führt zu Blutvergiftungen und eitrigen Hirnhautentzündungen, die sehr rasch behandelt werden müssen und dennoch in den meisten Fällen zum Tod führen. Das Bakterium wird mit dem Kot ausgeschieden. Die hier genannten Informationen beziehen sich auf die häufigste Form der Listeriose, die Gehirnform. Bei Listeriose handelt es sich um eine meldepflichtige Krankheit, die auch auf Menschen übertragbar ist.

Symptome

An Listeriose erkrankte Tiere erkennt man im Anfangsstadium an gesenkten Kopf und Ohren, ihrem apathischen Blick sowie vermehrtem Tränen- und Nasenausfluss. Die Temperatur der Schafe ist erhört. Im Laufe der Krankheit sondern sich die Tiere von der Herde ab, kreisen unkordiniert umher, drängen sich an Wänden entlang oder rudern unkontrolliert ihre Beine. Es kann auch zu Lähmungen der Ohren, Augenlider, Augenbrauen, Lippen oder Schlucklähmung oder Bindehautentzündungen kommen. Zwischen Ansteckung und Krankheitsausbruch vergehen im Schnitt zwischen zehn und 30 Tage.  Ist die Krankheit weit fortgeschritten liegen die Schafe fest. Nach etwa zehn Tagen sterben die meisten Tiere.

Ursache

Listeriose tritt häufig in der ersten Jahreshälfte auf, wenn die Tiere Silage gefüttert bekommen. Schlechte Silierung bildet die perfekte Brutstätte für Listeriose Bakterien. Nehmen die Schafe diese Bakterien über das Futter auf oder atmen den Erreger ein, infizieren sie sich. Auch verunreinigte Raufen können eine Listeriose-Infektion auslösen.

Heilung

Eine Listeriose-Infizierung führt in den meisten Fällen zum Tod des Schafes. Kann die Krankheit rasch erkannt werden, müssen hochdosierte Antibiotika verabreicht werden. Zusätzlich bekommen die betroffenen Tiere schmerzlindernde Medikamente und Vitamine. Ist bereits das Stadium der unkoordinierten Bewegungen oder Festliegen eingetreten, können die Tiere höchstwahrscheinlich nicht mehr geheilt werden. Zur Zeit gibt es keine Listeriose-Impfung. Kranke Tiere müssen von der restlichen Herde abgesondert werden!

Vorbeugung

Um die Tiere vor einer Listeriose-Erkrankung zu schützen, muss stets qualitativ-hochwertige Silage verfüttert werden. Bei einem unzureichenden pH-Wert der Silierung – über 5 und somit unzureichende Säuerung – vermehren sich die Listeriose-Bakterien rasch. Verschmutzte oder verschimmelte Silage darf auf keinen Fall von den Schafen aufgenommen werden. Halter*innen sollten zudem immer nur den täglichen Bedarf an Silage entnehmen.