Klauenpflege

Schafklauen

Schafe gehören, ebenso wie Ziegen, zur Gruppe der Paarhufer. Ihre beiden Zehen sind durch ein Zwischenzehenband verbunden, welche die Spalte zwischen den beiden Zehen je nach Grad der Belastung entweder dehnt oder entlastet. Der Zwischenklauenspalt ist oft Ursprung diverser Klauen-Erkrankungen. Ihm muss man daher bei der Pflege besondere Aufmerksamkeit schenken. Ein weiterer Bestandteil der Klaue ist die Zwischenklauenhaut, welche als Barriere gegen Krankheitserreger dient. Den Übergang zwischen dem behaarten Fuß und der Klauenlederhaut nennt man Kronsaum. Die Klauenlederhaut ist besonders wichtig, da sie Infektionen verhindern kann.

Klauenschnitt

Die richtige Klauenpflege ist einerseits wichtig, um das Wohlbefinden der Tiere und ihre Leistungsfähigkeit zu steigern. Doch auch Klauen-Krankheiten können durch regelmäßiges Pflegen der Klauen vorgebeugt werden. Nicht gepflegte Klauen sind die ideale Brutstätte für unterschiedliche Klauen-Krankheiten wie beispielsweise die Moderhinke. Klauen wachsen bis zu fünf Millimeter pro Monat, wobei die hinteren schneller als die vorderen Klauen wachsen. Das Wachstum kann je nach Rasse stark variieren, da unterschiedliche Rassen unterschiedliche Ansprüche an ihre Untergründe haben.

Schafe, die auf einer weichen Koppel gehalten werden, müssen geschnittene Klauen haben, da diese auf der Wiese nicht genug abgetreten werden. Vor allem Schafrassen, die für felsigen Untergrund prädestiniert sind, aber auf weicheren Weiden eingesetzt werden, muss man die Klauen in kürzeren Abständen kürzen. Dasselbe gilt bei der Stallhaltung, wenn die Tiere auf weichem Einstreu leben und die Klauen fast nicht abgetreten können. Kürzt man die Klauen in unregelmäßigen Abständen, können sie sich stark verformen.

Leider gibt es keine allgemein gültigen Regeln für die Abstände der Klauenpflege. Das Wachstum der Klaue und ihre Abnützung hängen, wie bereits erwähnt, von der Rasse, der Weide und auch der Fütterung ab. Die Frage, ob eine Schafklaue korrigiert werden muss, kann man jedoch nach Betrachtung der Länge der Klaue beantworten. Durch einen korrekten Pflegeschnitt bekommen die Klauen eine richtige Stellung und es kommt zu keinen Deformierungen.

Der äußere Tragerand der Klauen wächst schneller als die Sohle. Wenn Halter*innen den äußeren Tragerand nicht rechtzeitig schneiden, deformiert es sich nach außen oder innen und es entsteht eine doppelte Sohle. In den Hohlräumen kommt es in Folge dieser doppelten Sohle oft zu schmerzhaften Erkrankungen durch Verschmutzungen, die sich dort ablagern.

Vorbereitung

Vor dem Pflegeschnitt muss die Klaue sauber sein und Halter*innen müssen sicherstellen, dass sie gesund ist. Zuerst wird die längere und dann die kürzere Klaue geschnitten. Das Ergebnis sollten zwei möglichst gleichlange Klauen sein. Die Sohle und der Ballen schneidet man nicht. Zu kurze Klauen vor dem Almauftrieb können zu Blutungen unter der Lederhaut führen. Die Klauenpflege muss daher spätestens drei Wochen vor dem Almauftrieb durchgeführt werden.

Achtung: Keine tiefen Schnitte und keine Schnitte im belebten Teil der Klaue. Richtiges Klauenschneiden sei geübt und bedarf einer richtigen Einschulung. Bei Fehlern kann das Tier starke Schmerzen erfahren.

Man benötigt

  • Klauenschere
  • Klauenmesser
  • Sackmesser

Klauenbad

Klauenbäder sind in Kombination mit dem Klauenschnitt als zusätzliche Vorsorgemaßnahme gegen Klauen-Krankheiten zu verstehen. Sie desinfizieren die Klauen der Tiere und können bei schmerzhaften Krankheiten wie der Moderhinke Abhilfe schaffen. Sind gewisse Tiere einer Herde von einer Klauenkrankheit betroffen, muss man immer zuerst die gesunden Tiere durch das Klauenbad schicken. Erst danach dürfen die Kranken durch das Klauenbad. Damit Klauenbäder ihre gewünschte Wirkung erzielen können, brauchen die Tiere geschnittene und gesäuberte Klauen. Es gibt Standbäder oder Durchtreibebäder für Schafe. 

Stand- vs. Durchtreibebäder

Bei Standbädern können Desinfektionslösungen länger einwirken und so beispielsweise gegen Moderhinke eingesetzt werden. Allerdings benötigt man bei Standbädern große Mengen an Desinfektionslösungen, da die gesamte Klaue bis zur Fesselbeuge bedeckt sein muss (zwischen 6 und 8 cm Höhe). Ein Gitterrost oder geriffelter Untergrund schütz vor Ausrutschen.

Durchtreibebäder werden vor allem zur Vorbeugung gegen Krankheiten eingesetzt, da die Einwirkungszeit deutlich kürzer ist. Die komplette Schafherde kann langsam durch das Bad getrieben. Jedes Tier sollte mindestens sechs Sekunden im Becken stehen – je länger desto besser. Nach dem Bad müssen die Tiere etwa dreißig Minuten auf einem betoniertem/geschotterten Untergrund verweilen, damit die Desinfizierung einziehen kann. Die Klauen müssen vollständig getrocknet sein, bevor die Schafe zurück in den Stall oder auf die Weide dürfen.